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Vishay investiert Hunderte Millionen Euro in Itzehoe

Der Halbleiterhersteller Vishay will seine Produktion in Schleswig-Holstein deutlich ausbauen und dafür rund 215 Millionen Euro Förderung vom Bund und vom Land erhalten. Ein Teil der Investition soll auf größere Wafer und bis zu 250 neue Arbeitsplätze entfallen.

Vishay investiert Hunderte Millionen Euro in Itzehoe
welt.de

Der Halbleiterhersteller Vishay kündigt eine Großinvestition am Standort Itzehoe in Schleswig-Holstein an. Das Unternehmen hat verkündet, einen „hohen dreistelligen Millionenbetrag“ in seine Produktionsstätte im Norden zu investieren. Die genaue Summe nannte Vishay nicht. Nach Angaben der CDU-Landtagsfraktion geht es um rund eine Milliarde Euro.

Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Claus Ruhe Madsen (CDU) überreichte einen Förderbescheid über rund 215 Millionen Euro für den Standort. Die deutsche Tochtergesellschaft des US-Herstellers wird künftig in einer weiteren Fabrik Halbleiterscheiben mit einem Durchmesser von 300 Millimetern produzieren. Bislang fertigt Vishay in Itzehoe herkömmliche Scheiben mit 200 Millimetern. Dem Unternehmen zufolge sollen trotz automatisierter Produktionsabläufe bis zu 250 neue Arbeitsplätze entstehen.

Aus Halbleiterscheiben aus Silizium, den sogenannten Wafern, werden Chips und Halbleiterbauteile gefertigt. Größere Wafer haben den Vorteil, dass sich je Scheibe mehr Chips und Bauteile herstellen lassen. Vishay will aus den 300-Millimeter-Scheiben Leistungstransistoren fertigen, sogenannte Power-Mosfets, die auf hohe elektrische Ströme und Spannungen ausgelegt sind. Die Produktion ist laut Unternehmen für die Automobilindustrie sowie für industrielle und kommerzielle Anwendungen vorgesehen, unter anderem für Hochleistungsrechner für künstliche Intelligenz, Telekommunikation und IT-Infrastruktur.

Die Förderung stammt vom Bund und vom Land. Die EU-Kommission hat die Hilfe bereits genehmigt, wie im Juli bekanntgegeben wurde. Weiteres Geld fließt in Halbleiterprojekte in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern. Zur Übergabe des Förderbescheids sagte Madsen: „Das Land bekommt Hochtechnologie. Wir bekommen eine gewisse Souveränität und die Chance für Innovationen.“ Die Investition führe zur Ansiedlung von Know-how und Fachkräften, was auch für benachbarte Betriebe wichtig sei.

Kritik kam von der FDP-Landtagsfraktion. Sie begrüßte die Investition, bemängelte jedoch die Informationspolitik der Landesregierung zu den Fördermitteln. Da es sich um ein Großvorhaben handele, wäre eine vollständige und frühzeitige Unterrichtung des Parlaments gemäß der Landesverfassung zwingend erforderlich gewesen, sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der Fraktion, Bernd Buchholz.

Die Mikroelektronik gilt als Schlüsseltechnologie, denn Mikrochips stecken in Smartphones, Computern und Autos. Vishay ist auf diskrete Halbleiterelemente, also eher einfache Halbleiter, sowie auf passive Bauelemente wie Widerstände spezialisiert. Markus Keil, Fertigungschef für Waferherstellung bei Vishay, sagte, nur durch staatliche Förderung sei es möglich, konkurrenzfähig zu bleiben. „Fördern ist dramatisch wichtig, weil die Kosten in Europa deutlich höher sind als in Wettbewerbsstaaten, beispielsweise in Asien.“ Halbleiter gehörten zur kritischen Industrie, weshalb es wichtig sei, in Deutschland und Europa eigenständig zu sein.

Auch Madsen verwies auf die Unabhängigkeit in der Produktion: „Über die letzten Jahre haben wir gesehen, dass Lieferketten unterbrochen werden, weil ein Schiff irgendwo quer liegt oder weil es Kriege und Krisen gibt. Und umso wichtiger wird es, dass wir diese Technologien auch in Europa haben.“ Vishay ist zudem Teil eines norddeutschen Netzwerks zur Förderung der regionalen Chipindustrie. Halbleiterunternehmen und Forschungseinrichtungen aus Hamburg und Schleswig-Holstein gründeten in diesem Jahr das Northern Chip Network, an dem unter anderem Nexperia, NXP Semiconductors, Semikron Danfoss und X-Fab beteiligt sind.

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Florian Lorenz

Autor

Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.