Vereinigte Arabische Emirate planen 40 Milliarden Euro Investitionen in Deutschland
Beim ersten Staatsbesuch eines VAE-Präsidenten in Deutschland kündigt Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan Investitionen von 40 Milliarden Euro an. Die Zusammenarbeit soll auch bei Rüstung, KI-Rechenzentren und Energie vertieft werden.
Die Vereinigten Arabischen Emirate wollen rund 40 Milliarden Euro in Deutschland investieren. Das kündigte Präsident Scheich Mohamed bin Zayed Al Nahyan während seines Staatsbesuchs in Berlin an. Es ist der erste Besuch eines Präsidenten der Golfmonarchie in Deutschland überhaupt. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier empfing den Scheich am Vormittag mit militärischen Ehren an der Villa Borsig, anschließend folgten Gespräche mit Bundeskanzler Friedrich Merz im Kanzleramt.
Die Investitionssumme bedeutet eine deutliche Ausweitung der wirtschaftlichen Verflechtung. Nach Angaben aus Regierungskreisen sollen die Gelder unter anderem in den Aufbau neuer Rechenzentren für Künstliche Intelligenz fließen. Zudem ist die Gründung eines deutsch-emiratischen Investitionsrats geplant, der die Bereiche Wirtschaft, Energie und Umwelt abdecken soll. Die Staatsministerin im Außenministerium der VAE, Lana Nusseibeh, sprach im Vorfeld von voraussichtlich 40 bis 45 Vereinbarungen zwischen Regierungen und Unternehmen, die unterzeichnet werden sollen. Sie verwies darauf, dass Deutschland bei Technologie, Innovation und sauberer Energie führend sei.
Neben der Wirtschaftskooperation steht die sicherheitspolitische Zusammenarbeit im Fokus. Beide Seiten wollen die Rüstungskooperation vertiefen. In den Gesprächen ging es nach Angaben des Bundespräsidialamts auch um die Konflikte im Nahen Osten, in der Golfregion, im Sudan und in der Ukraine. Die Emirate sind ein Verbündeter der USA und wurden im von den USA und Israel begonnenen Iran-Krieg mehrfach vom Iran angegriffen. Deutschland und die VAE bemühen sich angesichts der unberechenbaren US-Außenpolitik darum, ihre Partnerschaften zu diversifizieren.
Die VAE sind Deutschlands wichtigster Handelspartner am Golf. Die Golfmonarchie hatte 2020 im Rahmen der Abraham-Abkommen diplomatische Beziehungen mit Israel aufgenommen. Im Sudan-Konflikt wird den Emiraten vorgeworfen, die RSF-Miliz zu unterstützen, die für Gräueltaten verantwortlich gemacht wird. Die VAE weisen diese Vorwürfe zurück. In Berlin besuchte der Präsident auch die Neue Wache, die zentrale Gedenkstätte Deutschlands für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Eine gemeinsame Pressekonferenz war nicht geplant.
Die angekündigten Investitionen fallen in eine Phase, in der Deutschland um ausländisches Kapital und technologische Partnerschaften wirbt. Die geplanten KI-Rechenzentren könnten die deutsche Digitalwirtschaft stärken und die Abhängigkeit von außereuropäischen Technologieanbietern verringern. Für die Emirate wiederum eröffnet die Zusammenarbeit Zugang zu deutscher Technologie und Innovation. Ob die angekündigten Summen tatsächlich in voller Höhe fließen, hängt von der Umsetzung der Vereinbarungen ab. Die Unterzeichnung der Absichtserklärungen im Kanzleramt soll die Grundlage dafür legen.
