Emirate wollen 40 Milliarden Euro in Deutschland investieren
Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate beleben ihre strategische Partnerschaft neu. Bei einem Staatsbesuch in Berlin vereinbarten Bundeskanzler Merz und Präsident Mohammed bin Sajid Investitionen von rund 40 Milliarden Euro. Emirates wird künftig auch den Flughafen BER anfliegen.
Deutschland und die Vereinigten Arabischen Emirate wollen ihre vor mehr als zwei Jahrzehnten gegründete strategische Partnerschaft wiederbeleben. Das vereinbarten Bundeskanzler Friedrich Merz und der Staatspräsident der Emirate, Mohammed bin Sajid, bei einem Treffen in Berlin. Im Zentrum der Vereinbarung steht eine Investitionszusage der Emirate in Höhe von rund 40 Milliarden Euro.
Die Summe soll in den kommenden Jahren in Deutschland investiert werden. Konkrete Projekte oder Zeitpläne wurden zunächst nicht genannt. Die Vereinbarung fällt in eine Phase, in der Deutschland dringend private und ausländische Investitionen benötigt, um Wachstum und industrielle Modernisierung voranzutreiben. Die Emirate verfügen über erhebliche finanzielle Reserven aus Öl- und Gasexporten und suchen seit Jahren nach Anlagemöglichkeiten in Europa.
Ein konkretes Ergebnis der Gespräche betrifft den Luftverkehr: Die Fluggesellschaft Emirates wird künftig auch den Flughafen Berlin Brandenburg (BER) anfliegen. Bislang flog Emirates deutsche Ziele wie Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg an, nicht aber die Hauptstadtregion. Die neue Verbindung dürfte den Standort BER als internationales Drehkreuz stärken und zusätzliche Reisemöglichkeiten zwischen Deutschland und den Golfregion schaffen.
Die strategische Partnerschaft zwischen Deutschland und den Emiraten besteht seit mehr als zwei Jahrzehnten. In den vergangenen Jahren war die Zusammenarbeit jedoch weniger intensiv. Mit der Neuauflage wollen beide Seiten die wirtschaftlichen und politischen Beziehungen vertiefen. Für die Emirate ist Deutschland ein wichtiger Absatzmarkt und ein Zugang zu europäischen Technologien. Für Deutschland wiederum sind die Emirate ein bedeutender Handelspartner und ein potenzieller Investor in Zukunftsbranchen.
Die Investitionszusage der Emirate ist Teil einer breiteren Annäherung. Beobachter werten den Besuch als Signal, dass Deutschland seine wirtschaftlichen Beziehungen zu den Golfstaaten ausbauen will. In den vergangenen Monaten hatte die Bundesregierung mehrfach betont, dass sie neue Investitionen aus dem Ausland begrüßt, um den Standort Deutschland zu stärken. Die Emirate investieren bereits in europäische Unternehmen und Infrastrukturprojekte, unter anderem in Großbritannien und anderen EU-Staaten.
Ob die angekündigten 40 Milliarden Euro tatsächlich in voller Höhe fließen, hängt von der Umsetzung konkreter Vorhaben ab. Zunächst handelt es sich um eine Absichtserklärung. In den kommenden Monaten sollen Gespräche über einzelne Projekte folgen. Dabei dürfte es unter anderem um Energie, Technologie und Verkehr gehen. Der neue Emirates-Flug nach Berlin ist ein erstes greifbares Ergebnis der Annäherung.
Für den Flughafen BER ist die Entscheidung von Emirates ein wichtiger Schritt. Der Hauptstadtflughafen kämpft seit seiner Eröffnung um internationale Anbindung und Passagierzahlen. Eine Verbindung in die Vereinigten Arabischen Emirate könnte zusätzliche Reisende aus Asien, Afrika und dem Nahen Osten anziehen, die über Dubai nach Berlin fliegen. Emirates betreibt eines der größten internationalen Streckennetze und nutzt Dubai als Drehkreuz.
Die Vereinbarung ist auch vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage in Deutschland zu sehen. Die Bundesrepublik befindet sich in einer Phase schwachen Wachstums, hoher Energiepreise und struktureller Herausforderungen in der Industrie. Ausländische Investitionen gelten als ein Mittel, um Impulse zu setzen. Ob die Zusage der Emirate diese Erwartungen erfüllt, wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen.
Der Staatsbesuch in Berlin unterstreicht die wachsende Bedeutung der Golfregion für die deutsche Außenwirtschaft. Neben den Emiraten bemühen sich auch andere Staaten der Region um engere Beziehungen zu Deutschland. Die Bundesregierung hat in den vergangenen Jahren mehrfach auf die strategische Rolle der Golfstaaten hingewiesen, sowohl wirtschaftlich als auch sicherheitspolitisch. Die nun vereinbarte Neuauflage der Partnerschaft soll diese Linie fortsetzen.
