Huthi-Miliz rückt im Jemen auf Hafenstadt Mokka vor
Die Huthi-Miliz rückt im Jemen weiter auf die strategisch wichtige Hafenstadt Mokka vor. Regierungstruppen zogen sich aus Stellungen bei Hais zurück. Die Stadt liegt an der Meerenge Bab al-Mandab, einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt.
Die Huthi-Miliz rückt im Jemen weiter auf die strategisch wichtige Hafenstadt Mokka an der Westküste vor. Nach Angaben von Augenzeugen und Militärkreisen haben sich Regierungstruppen und ihre Verbündeten aus dem Gebiet bei Hais nördlich von Mokka zurückgezogen. Die Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und der Miliz um die Kontrolle strategisch wichtiger Gebiete am Roten Meer nehmen damit deutlich zu.
Mokka liegt unmittelbar nördlich der Meerenge Bab al-Mandab, die neben der Straße von Hormus als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt gilt. Über diese Route werden unter anderem Rohöl und Flüssiggas transportiert. Sollten die vom Iran unterstützten Huthi die Stadt einnehmen, könnten sie den Schiffsverkehr im Roten Meer noch gezielter angreifen und blockieren als bisher. Seit Ausbruch des Iran-Kriegs wird die Meerenge verstärkt als alternative Handelsroute genutzt, um Ausfälle durch die Straße von Hormus zu kompensieren.
Augenzeugen berichteten der Deutschen Presse-Agentur, dass viele Bewohner Mokka aus Furcht vor einer weiteren Eskalation verlassen haben. Die Huthi waren zuletzt in Richtung der Stadt vorgerückt und kontrollieren in der Gegend bereits wichtige Verkehrsknotenpunkte. Die aktuellen Gefechte sind die schwersten seit Jahren.
Im Jemen kämpfen die vom Iran unterstützten Huthi gegen die international anerkannte Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt wird. Seit 2022 herrschte eine inoffizielle Waffenruhe. Im Zuge des Iran-Kriegs ist der Konflikt im Jemen jedoch erneut aufgeflammt. Tarik Saleh, Anführer der Nationalen Widerstandskräfte, rief alle regierungstreuen Kräfte dazu auf, sich «neu zu formieren». Es seien Anweisungen ergangen, in Abstimmung mit der von Saudi-Arabien angeführten Koalition ein «alternatives Kommandozentrum an einem sicheren Ort zur Neuformierung der Truppen» einzurichten.
Die Miliz hatte nach saudisch angeführten Angriffen im Juli eine Blockade der Schifffahrt für Saudi-Arabien verkündet. Seitdem griffen die Huthi mehrere Schiffe an, zwangen weitere Schiffe in der Region zu Kursänderungen und attackierten auch den Süden des Nachbarlands Saudi-Arabien wieder mit Raketen und Drohnen. Die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition fliegt seitdem immer wieder Luftangriffe gegen Stellungen der Huthi im Jemen.
Die Entwicklung in Mokka dürfte auch über die Region hinaus Beachtung finden. Die Meerenge Bab al-Mandab ist ein Nadelöhr des internationalen Seehandels. Eine weitere Eskalation könnte Lieferketten und Energiepreise beeinflussen. Beobachter verfolgen daher aufmerksam, ob die Huthi ihren Vormarsch fortsetzen und wie die saudisch geführte Koalition darauf reagiert.
