Bundesregierung erweitert Flugrechte für Emirates – deutsche Airlines protestieren
Die Bundesregierung hat Emirates zusätzliche Flugrechte eingeräumt. Die Airline aus Dubai darf künftig fünf deutsche Flughäfen anfliegen, darunter Berlin. Lufthansa und andere deutsche Fluggesellschaften kritisieren die Entscheidung scharf.
Die Bundesregierung hat die Flugrechte für die Fluggesellschaft Emirates erweitert. Die Airline aus Dubai darf künftig fünf statt bisher vier deutsche Flughäfen anfliegen. Damit wird auch eine direkte Verbindung zwischen Dubai und dem Berliner Flughafen BER möglich. Die Entscheidung hat bei deutschen Fluggesellschaften und in der Politik für erhebliche Kritik gesorgt.
Verkehrsminister Bilger äußerte sich lobend über die Einigung. Die Lufthansa kritisierte sie dagegen scharf. Auch andere deutsche Airlines sehen durch die zusätzlichen Landerechte eine Wettbewerbsverzerrung. Sie befürchten, dass Emirates mit staatlich subventionierten Kapazitäten den deutschen Markt stärker unter Druck setzen könnte.
Die Ausweitung der Flugrechte ist Teil einer Vereinbarung, die die Bundesregierung mit den Vereinigten Arabischen Emiraten getroffen hat. Emirates erhält damit Zugang zu einem weiteren deutschen Verkehrsflughafen. Bislang durfte die Airline vier deutsche Ziele anfliegen. Mit der Erweiterung kommt nun Berlin hinzu. Der Flughafen BER wird damit erstmals direkt von Emirates aus Dubai angeflogen.
Die deutschen Fluggesellschaften kritisieren die Entscheidung als einseitige Bevorzugung eines staatlich finanzierten Konkurrenten. Sie verweisen darauf, dass Emirates von den Vereinigten Arabischen Emiraten umfangreich unterstützt wird und dadurch Kostenvorteile hat. Die Lufthansa hatte sich bereits in der Vergangenheit gegen eine Ausweitung der Flugrechte für Emirates ausgesprochen. Auch der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft äußerte Bedenken.
Befürworter der Entscheidung argumentieren, dass zusätzliche Flugverbindungen den Wettbewerb stärken und Verbrauchern mehr Auswahl bieten. Der neue Direktflug zwischen Berlin und Dubai könnte den Tourismus und den Geschäftsverkehr zwischen Deutschland und den Emiraten fördern. Der BER erhofft sich dadurch zusätzliche Passagiere und eine bessere internationale Anbindung.
Die Kritik richtet sich auch gegen das Verfahren. Deutsche Airlines bemängeln, dass sie nicht ausreichend in die Entscheidung einbezogen wurden. Sie fordern faire Wettbewerbsbedingungen und eine Überprüfung der staatlichen Subventionen für Emirates. Die Bundesregierung hält dagegen, dass die Vereinbarung im deutschen Interesse sei und die Beziehungen zu den Emiraten stärke.
Die Auseinandersetzung fällt in eine Zeit, in der der Luftverkehr in Europa ohnehin unter Druck steht. Hohe Kerosinkosten, Personalmangel und der wachsende Wettbewerb durch Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten und Asien setzen die deutschen Airlines zu. Die Erweiterung der Flugrechte für Emirates wird daher als weiterer Belastungsfaktor gesehen.
Ob die Entscheidung Auswirkungen auf andere deutsche Flughäfen hat, ist noch unklar. Emirates könnte sein Angebot in Deutschland weiter ausbauen, wenn die Nachfrage entsprechend steigt. Die deutschen Fluggesellschaften wollen die Entwicklung genau beobachten und sich gegebenenfalls für eine Korrektur der Entscheidung einsetzen.
