Seniorin verwechselt Gas und Bremse und fährt in Graben
Eine 77 Jahre alte Autofahrerin hat auf einem Supermarktparkplatz im Landkreis Harburg vermutlich das Gaspedal mit der Bremse verwechselt. Der Wagen stürzte in einen Graben, die Feuerwehr musste die Frau befreien. Ihre 27-jährige Beifahrerin wurde schwer verletzt.
Bei einem Verkehrsunfall auf einem Supermarktparkplatz im Landkreis Harburg ist eine 27 Jahre alte Beifahrerin schwer verletzt worden. Nach ersten Erkenntnissen hatte die 77 Jahre alte Fahrerin des Wagens das Gaspedal mit der Bremse verwechselt. In der Folge fuhr das Auto über den Parkplatz hinaus und stürzte in einen angrenzenden Graben.
Die Feuerwehr musste die 77-Jährige aus dem Fahrzeug befreien, weil sie nach dem Unfall nicht selbstständig aussteigen konnte. Die Rettungskräfte kümmerten sich anschließend um die schwer verletzte Beifahrerin, die in ein Krankenhaus gebracht wurde. Angaben zum Gesundheitszustand der beiden Frauen machten die Behörden zunächst nicht.
Der Unfall ereignete sich auf dem Gelände eines Supermarkts, wo die Seniorin mit ihrem Fahrzeug unterwegs war. Solche Parkplätze gelten im Straßenverkehr als besonders unübersichtlich, weil dort Fußgänger, Einkaufswagen und rangierende Autos gleichzeitig auf engem Raum zusammentreffen. Schon kleine Fehler beim Bedienen der Pedale können dort schwerwiegende Folgen haben.
Die Verwechslung von Gas- und Bremspedal gehört zu den typischen Ursachen für Unfälle, an denen ältere Menschen beteiligt sind. Fachleute führen das oft auf nachlassende Reaktionsfähigkeit oder eine eingeschränkte Beweglichkeit der Füße zurück. In vielen Fällen geschieht dies bei langsamer Fahrt, etwa beim Einparken oder Anfahren, wenn die Pedale schnell gewechselt werden müssen.
Wie es genau zu dem Unfall kam, ist noch nicht abschließend geklärt. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und prüft, ob ein technischer Defekt am Fahrzeug oder ein medizinischer Notfall eine Rolle gespielt haben könnte. Auch die genaue Position des Wagens auf dem Parkplatz und die Fahrtrichtung vor dem Sturz in den Graben sind Teil der Untersuchung.
Der Vorfall wirft erneut ein Schlaglicht auf die Sicherheit älterer Autofahrerinnen und Autofahrer. In Deutschland gibt es keine generelle Altersgrenze für das Führen eines Pkw. Stattdessen setzen Fachleute auf regelmäßige Gesundheitschecks und freiwillige Rückmeldefahrten, um die Fahrtüchtigkeit im Alter zu überprüfen. Verkehrsverbände fordern seit Jahren einheitliche Regelungen, konnten sich damit aber bislang nicht durchsetzen.
Für die Betroffenen hat der Unfall unmittelbare Konsequenzen. Die 77-Jährige muss sich auf ein Verfahren einstellen, bei dem geprüft wird, ob sie fahrlässig gehandelt hat. Die schwer verletzte Beifahrerin bleibt vorerst in medizinischer Behandlung. Ob und wann die Fahrerin ihren Führerschein behalten darf, entscheidet sich erst nach Abschluss der Ermittlungen.
Die Feuerwehr im Landkreis Harburg rückte mit mehreren Einsatzkräften an, um die Frau aus dem Fahrzeug zu befreien. Solche Rettungseinsätze sind für die Helfer körperlich und psychisch belastend, weil sie oft unter Zeitdruck und in unwegsamem Gelände stattfinden. Der Graben, in den das Auto stürzte, erschwerte den Zugang zusätzlich.
Ob der Supermarktbetreiber oder die Gemeinde Konsequenzen aus dem Unfall zieht, ist bislang nicht bekannt. Denkbar wären zusätzliche Sicherungen an den Parkplatzrändern, etwa Leitplanken oder verstärkte Begrenzungen. Solche Maßnahmen werden in der Verkehrsplanung immer wieder diskutiert, wenn Fahrzeuge von Parkplätzen abkommen.
