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Selenskyj kündigt Treffen mit Trump in New York an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump in New York angekündigt. Beide nehmen an der UN-Generalversammlung teil. Selenskyj spricht von «diplomatischer Dynamik» für neue Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs.

Selenskyj kündigt Treffen mit Trump in New York an
Ukraine-Krieg: Selenskyj kündigt Treffen mit Trump in New York an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat für seinen Besuch in New York kommende Woche ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump angekündigt. Nach einem Telefonat mit Trump erklärte Selenskyj auf Telegram, ein Treffen in New York, wo beide an der Generalversammlung der Vereinten Nationen teilnehmen, könne viel bewirken. «Die diplomatische Dynamik ist da», sagte er mit Blick auf mögliche neue Verhandlungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs. Ein genaues Datum nannte er zunächst nicht.

«Der Friedensprozess hat höchste Priorität», betonte Selenskyj nach dem jüngsten Besuch von US-Chefunterhändler Steve Witkoff und Trumps Schwiegersohn Jared Kushner in Kiew. Die beiden hatten in ihrer Vermittlerrolle erstmals überhaupt die Ukraine besucht und sich über die Lage informiert. Zuvor waren sie mehrfach in Russland gewesen, das seit mehr als viereinhalb Jahren Krieg gegen die Ukraine führt. Geplant ist, die direkten Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau unter US-Vermittlung über ein Ende des Kriegs wiederaufzunehmen. Russland hält dies im Oktober für möglich. Im vergangenen Winter waren die Gespräche in eine Sackgasse geraten und dann wegen des Iran-Kriegs abgebrochen worden. Witkoff und Kushner, die auch im Nahen Osten vermitteln, unternehmen nun einen neuen Anlauf.

Bei ukrainischen Luftangriffen auf Russland in der Nacht zu Sonntag wurde eine große Raffinerie des staatlichen russischen Ölkonzerns Gazprom bei Moskau getroffen. Auf Bildern in sozialen Medien waren mehrere Brandherde und dichter Rauch über der Anlage zu sehen. Die Raffinerie gilt als eine der wichtigsten Russlands; sie produziert Benzin und Diesel für die russische Hauptstadt sowie Kerosin für die Moskauer Flughäfen. Bereits Mitte Juni hatte die Ukraine die Anlage zweimal mit Drohnen angegriffen. Erst kürzlich konnte die Raffinerie den Betrieb wieder aufnehmen. Zu den Schäden durch den jüngsten Angriff liegen bislang keine gesicherten Angaben vor. Die ukrainischen Angriffe auf Russlands Ölindustrie haben zuletzt auch die Spritkrise in dem Land wieder verschärft.

Selenskyj schrieb auf X, die ukrainischen Langstrecken-Angriffe hätten in der Nacht sehr bedeutende Auswirkungen in der Region Moskau gehabt. Eine der wichtigsten Einrichtungen der russischen Ölindustrie sowie Logistik-Einrichtungen seien getroffen worden. Es gehe um Milliardensummen, mit denen die russische Kriegsmaschinerie finanziert werde.

Bei einem russischen Drohnenangriff im südukrainischen Gebiet Cherson ist nach Regierungsangaben ein Geistlicher getötet worden. Vier weitere Geistliche seien bei der Attacke am Vortag verletzt worden, teilte Selenskyj mit. Nach Angaben regionaler Behörden attackierte Russland das Kloster und das Dorf Tscherwonyj Majak am Fluss Dnipro, der dort russische und ukrainische Truppen trennt. Selenskyj beklagte außerdem Angriffe auf kritische und zivile Infrastruktur in den Regionen Charkiw, Sumy und Odessa sowie Einschläge in Wohnhäuser in den Gebieten Dnipropetrowsk und Saporischschja. Russland habe in dieser Woche mehr als 2.000 Drohnen, die meisten mit Düsenantrieb, 1.700 Gleitbomben und 19 Raketen und Marschflugkörper eingesetzt.

Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin warf der Ukraine am letzten Tag der russischen Parlamentswahl massive Störversuche mit Drohnen vor. «Dieser beispiellose Angriff war offensichtlich darauf ausgerichtet, die Wahlen zu sabotieren. Dem Gegner ist dies jedoch nicht gelungen», schrieb Sobjanin auf Telegram. Er sprach vom «massivsten Angriff feindlicher Drohnen auf Moskau». Seit dem Vortag habe Russland 1.600 Drohnen abgewehrt, davon 450 beim Anflug auf die Hauptstadt. Einige Drohnen hätten jedoch das Gelände einer Ölraffinerie erreicht, eine sei in ein Wohnhaus gestürzt, Tote habe es aber nicht gegeben. An allen vier Hauptstadtflughäfen gab es Einschränkungen. Im Moskauer Umland stieg die Zahl der Verletzten auf 20, wie Gouverneur Andrej Worobjow mitteilte. Zuvor hatte er von mindestens zwei Toten infolge ukrainischer Angriffe gesprochen. Feuer seien an verschiedenen Orten ausgebrochen, mehrere Wohnhäuser beschädigt und Hunderte Menschen in Sicherheit gebracht worden.

Selenskyj teilte zudem ein Video einer neuen Abfangdrohne, das zeigen soll, wie sie eine russische Geran-5-Drohne zerstört. Das nur wenige Sekunden lange Video zeigt den Blick aus der Bordkamera; die Aufnahmen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Selenskyj dankte den Mitgliedern des Geheimdienstes GBU, die die Drohne gesteuert hatten. Er hatte zuvor angekündigt, dass es einen neuen Abfangjäger gebe.

Henrik Falkenberg

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Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.