Fortuna Düsseldorf: Niederlage in Aachen und wachsende Kritik an der Spielidee
Nach der 0:1-Niederlage bei Alemannia Aachen hält die Grundsatzdebatte bei Fortuna Düsseldorf an. Trainer und Fans stehen sich bei der Frage nach der Spielidee gegenüber, doch die Niederlage hatte andere Ursachen.
Die 0:1-Niederlage von Fortuna Düsseldorf auf dem Tivoli in Aachen hat die Diskussion um die Spielidee des Trainers erneut angefacht. Unter den Anhängern des Zweitligisten wurde nach dem Schlusspfiff wieder Kritik an der taktischen Ausrichtung laut. Der 47 Jahre alte Übungsleiter zeigte sich nach der Partie sichtlich verärgert, denn die Niederlage in der Kaiserstadt war nach Einschätzung der Verantwortlichen nicht auf das grundsätzliche Spielkonzept zurückzuführen.
Vielmehr hatte die Mannschaft in Aachen mit drei anderen Problemen zu kämpfen, die den Ausschlag für die Pleite gaben. Die Düsseldorfer sehen sich trotzdem weiterhin mit einer Grundsatzdebatte konfrontiert, die weit über das einzelne Ergebnis hinausreicht. Die Fans fremdeln offenbar weiter mit dem sogenannten Ende-Fußball, also der Spielweise, die auf das Ende des Spiels ausgerichtet ist und nicht auf frühe Tore oder dominante Ballkontrolle.
Für den Trainer ist die anhaltende Kritik an seiner Spielidee ein wiederkehrendes Thema. Schon in der Vergangenheit hatten Teile der Anhängerschaft die Ausrichtung infrage gestellt. Nach dem Auftritt in Aachen dürfte die Debatte nun neue Nahrung erhalten, auch wenn die sportliche Leitung die Niederlage nicht primär auf die taktische Grundordnung zurückführt. Die drei anderen Probleme, die in Aachen zum Tragen kamen, blieben in der öffentlichen Wahrnehmung zunächst im Hintergrund, während die Diskussion über den Stil des Trainers erneut in den Vordergrund rückte.
Die Situation ist für Fortuna Düsseldorf insofern heikel, als die Mannschaft in der laufenden Saison bereits mehrfach mit wechselnden Leistungen aufgefallen ist. Die Niederlage auf dem Tivoli reiht sich in eine Serie von Ergebnissen ein, die die Erwartungen an den Verein nicht erfüllen konnten. Der Druck auf die sportliche Leitung wächst, zumal die Fans eine klare Linie und erkennbaren Fortschritt einfordern. Der Trainer steht dabei im Zentrum der Kritik, obwohl er selbst die Ursachen der Niederlage an anderer Stelle verortet.
Die Grundsatzdebatte um die Spielidee ist dabei kein reines Düsseldorfer Phänomen. In vielen Vereinen wird über die Frage gestritten, ob eine defensive, auf das Spielende ausgerichtete Taktik noch zeitgemäß ist oder ob nicht ein offensiverer Ansatz gefragt wäre. Für Fortuna kommt hinzu, dass die Anhängerschaft traditionell großen Wert auf attraktiven Fußball legt. Die Entfremdung zwischen Fans und Mannschaft, die sich in Aachen erneut zeigte, ist daher ein Warnsignal für die Verantwortlichen.
Der Trainer hat nach der Partie deutlich gemacht, dass er die Kritik an seiner Person und seiner Spielidee zur Kenntnis nimmt, sie aber nicht als Ursache für die Niederlage akzeptiert. Stattdessen verwies er auf die drei anderen Probleme, die in Aachen aufgetreten seien. Welche das im Einzelnen waren, ließ er zunächst offen. Klar ist jedoch, dass die Mannschaft in den kommenden Wochen Antworten liefern muss, um die wachsende Unzufriedenheit im Umfeld zu dämpfen.
Die kommenden Spiele werden zeigen, ob der Trainer seine Spielidee anpassen kann oder ob die Grundsatzdebatte weiter an Schärfe gewinnt. Für Fortuna Düsseldorf steht viel auf dem Spiel, denn die Saisonziele sind ambitioniert. Sollte die Mannschaft weiterhin hinter den Erwartungen zurückbleiben, dürfte die Diskussion über die taktische Ausrichtung nicht abreißen. Der Verein muss daher eine Lösung finden, die sowohl die sportlichen Anforderungen als auch die Erwartungen der Fans berücksichtigt.
