USA prüfen Exportstopp für Diesel wegen hoher Spritpreise
Die US-Regierung erwägt angesichts stark gestiegener Kraftstoffpreise einen vollständigen oder teilweisen Exportstopp für Diesel. Präsident Trump und Finanzminister Bessent bestätigen die Prüfung. Europa könnte die Folgen zu spüren bekommen, da die USA nach dem Nahen Osten der wichtigste Diesel-Lieferant der EU sind.
Die US-Regierung prüft angesichts deutlich steigender Kraftstoffpreise einen Exportstopp für Diesel. Präsident Donald Trump sagte am Rande der UN-Generalversammlung in New York, die USA produzierten viel Diesel, und eine Unterbrechung der Ausfuhren könnte auch einen kleinen Effekt auf die Spritpreise im Land haben. Er habe sich bereits seit längerem für eine solche Maßnahme ausgesprochen. Finanzminister Scott Bessent ergänzte, die Regierung prüfe derzeit die Machbarkeit eines solchen Schritts. Möglich sei sowohl ein vollständiger als auch ein teilweiser Stopp der Ausfuhren.
Ein solcher Schritt hätte weitreichende Folgen – auch für Europa. Nach dem Nahen Osten waren die Vereinigten Staaten in den vergangenen Jahren Europas wichtigster Lieferant von Diesel. Vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine war Russland noch einer der wichtigsten Diesel-Lieferanten der EU-Staaten gewesen. Eine Unterbrechung der US-Exporte würde die europäischen Bemühungen um eine Diversifizierung der Energieversorgung erschweren und könnte die Preise auch auf dem europäischen Markt unter Druck setzen.
Hintergrund der Überlegungen ist der anhaltende Preisanstieg in den USA. Infolge des Iran-Kriegs sind die Spritpreise erheblich gestiegen – ein Thema, das Trump vor den Kongresswahlen im November zunehmend unter Druck setzt. Für Benzin zahlen US-Amerikaner im Schnitt fast 50 Prozent mehr als vor Kriegsbeginn. Der Preis für Diesel stieg kürzlich sogar auf ein neues Rekordhoch. Vor diesem Hintergrund hatten einige Republikaner zuletzt einen Exportstopp gefordert und den Iran-Krieg in ungewöhnlicher Deutlichkeit für die hohen Preise verantwortlich gemacht.
«Der Krieg im Iran muss beendet werden, um die Kosten zu senken», teilte Mike Rogers mit, der sich in Michigan um einen Sitz im US-Senat bewirbt. Seiner Forderung nach einem Exportstopp sprangen auch die Abgeordnete Ashley Hinson aus Iowa sowie Alaskas Senator Dan Sullivan bei. Die Debatte zeigt, wie sehr die hohen Energiepreise den politischen Diskurs in den USA bestimmen. Ob und wann die Regierung tatsächlich einen Exportstopp verhängt, ist noch offen. Die Prüfung der Machbarkeit läuft.
Für Europa ist die Entwicklung mit Unsicherheit verbunden. Sollte Washington die Ausfuhren tatsächlich einschränken, müssten die EU-Staaten nach alternativen Bezugsquellen suchen. Bereits jetzt ist der Dieselmarkt angespannt, und die Preise an den Tankstellen in Deutschland und anderen europäischen Ländern könnten weiter steigen. Die Bundesregierung beobachtet die Lage aufmerksam, ohne sich bislang öffentlich zu den US-Plänen zu äußern. Klar ist: Ein Exportstopp der USA würde die globale Energieversorgung und die Preise auch diesseits des Atlantiks beeinflussen.
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