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Tausende erwarten Großdemonstration in Frankfurt wegen Iran-Preisverleihung

In Frankfurt wird erneut eine Großdemonstration erwartet, nachdem die Friedrich-Naumann-Stiftung dem iranischen Volk einen Freiheitspreis verliehen hat. Der exilierte Oppositionelle Reza Pahlavi soll die Auszeichnung im Namen des Iran entgegennehmen, was Proteste und Kritik auslöst.

Tausende erwarten Großdemonstration in Frankfurt wegen Iran-Preisverleihung
© stern.de

In Frankfurt am Main werden für das kommende Wochenende erneut Zehntausende Teilnehmer bei einer Großdemonstration erwartet. Auslöser ist die Verleihung des Freiheitspreises der Friedrich-Naumann-Stiftung an das iranische Volk. Die Auszeichnung soll in der Paulskirche stattfinden und im Namen des Iran von Reza Pahlavi entgegengenommen werden.

Pahlavi ist ein exilierter Oppositionspolitiker und Sohn des Schahs, der 1979 gestürzt wurde. Er lebt im US-amerikanischen Exil und hat angeboten, im Falle eines Sturzes des iranischen Regimes als Übergangsführer zur Verfügung zu stehen. Die Veranstalter der Kundgebung haben seine Teilnahme angekündigt. Ob er auch am Ostpark sprechen wird, ist bislang unklar.

Die Kundgebung ist am Ostpark geplant, zu dem ein Demonstrationszug vom Römer aus führen soll. Bühne, Absperrungen und Lautsprechertürme waren bereits am Freitag aufgebaut worden. Die Polizei rechnet mit erheblichen Verkehrsbeeinträchtigungen bis in den Abend hinein und ruft Reisende dazu auf, möglichst öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.

Angemeldet sind mehrere Demonstrationen mit unterschiedlichen politischen Ausrichtungen. Kritik kommt unter anderem von iranischen Gruppen, von ehemaligen politischen Häftlingen, aus dem linken Spektrum sowie von der Partei Volt und den Grünen. Im Zentrum der Einwände steht die monarchistische Vergangenheit Irans, für die die Familie Pahlavi steht. Ein kritischer offener Brief, unterzeichnet unter anderem von Joachim Rücker und Brigitte Zypries, richtet sich ebenfalls gegen die Entscheidung, Pahlavi als Repräsentanten des iranischen Volkes auszuzeichnen.

Die Preisverleihung in der Paulskirche findet seit 2006 alle zwei Jahre statt. Die Kundgebung am kommenden Wochenende wäre bereits die zweite große Demonstration in Frankfurt in Folge. Am vergangenen Samstag hatten Jugendproteste auf der Zeil zu Ausschreitungen und Sachbeschädigungen geführt. Vor diesem Hintergrund richtet sich der Blick der Behörden besonders auf den Verlauf des bevorstehenden Protesttags, dessen Teilnehmerzahl als sehr hoch eingeschätzt wird.

Die Organisatoren der verschiedenen Versammlungen verfolgen unterschiedliche Anliegen, die sich in Frankfurt an einem Tag bündeln. Während die Befürworter der Preisverleihung die Unterstützung für Oppositionelle im Iran betonen, sehen Kritiker in der Auszeichnung eine Verengung der Debatte auf eine einzelne Figur. Wie sich die Lage am Ostpark und entlang der Demonstrationsroute entwickelt, dürfte sich erst im Verlauf des Wochenendes zeigen.

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Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.