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Merkel erinnert an Ausbürgerung von Wolf Biermann vor 50 Jahren

Vor 50 Jahren wurde der Liedermacher Wolf Biermann aus der DDR ausgebürgert. Bei einer Veranstaltung in Berlin rief Altkanzlerin Angela Merkel dazu auf, die Demokratie aktiv zu verteidigen.

Merkel erinnert an Ausbürgerung von Wolf Biermann vor 50 Jahren
© handelsblatt.com

Fünfzig Jahre nach der Ausbürgerung des Liedermachers Wolf Biermann aus der DDR hat Altkanzlerin Angela Merkel die Bürgerinnen und Bürger zum aktiven Einsatz für die Demokratie aufgerufen. Bei einer Veranstaltung im Berliner Kino International forderte sie dazu auf, Demokratie und ihre Werte nicht als selbstverständlich zu betrachten, sondern sie aktiv zu verteidigen.

Anlass war der Jahrestag der Ausbürgerung Biermanns. Der Sänger und Dichter war nach einem Konzert am 13. November 1976 in Köln aus der DDR ausgewiesen worden. Schon zuvor war ihm über Jahre hinweg untersagt gewesen, öffentlich aufzutreten. Die Ausweisung gilt als ein Schritt auf dem Weg zum Zusammenbruch der DDR, der zugleich eine massenhafte Abwanderung von Künstlerinnen und Künstlern nach sich zog.

Die Veranstaltung wurde von der bundeseigenen Stiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur organisiert. Merkel, die 1976 als 22-Jährige in der DDR lebte, schilderte, wie sie das Kölner Konzert damals im westdeutschen Fernsehen verfolgte. Dafür war sie eigens von Leipzig nach Hause gereist. Der Abend machte deutlich, dass die Erinnerung an dieses Ereignis für sie persönlich von Bedeutung ist.

In ihrer Rede deutete Merkel Biermanns Lieder als Ermutigung zum Handeln. Wer sich für Freiheit einsetze, dürfe sich nicht mit dem Bestehenden abfinden, so der Tenor ihrer Ausführungen. Die Lieder hätten Menschen Mut gemacht, eigene Haltungen zu entwickeln und Verantwortung zu übernehmen. Diese Lesart verband sie mit der Frage, wie Demokratie heute gegen Gleichgültigkeit verteidigt werden kann.

Biermann selbst erinnerte an Eingriffe der Staatssicherheit. Er berichtete von einer Filmpremiere im selben Kino, die von der Stasi gestört worden sei. Zudem blickte er auf seinen eigenen Weg zurück: Mit 16 Jahren war er von Hamburg in die DDR gezogen, ein Schritt, der den späteren Konflikt mit dem Staat vorbereitete. Er wird am 15. November 90 Jahre alt.

Merkel und Biermann verbindet nach eigener Darstellung eine Freundschaft. Als Merkel kritisiert wurde, stellte sich Biermann öffentlich hinter sie und verteidigte sie. Dass beide sich gegenseitig den Rücken stärken, zeigte sich auch an diesem Abend, an dem sich die Erinnerung an die Ausbürgerung mit der Frage verband, wie die Demokratie heute gesichert werden kann.

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Henrik Falkenberg

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Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.