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EU-Kommission verlangt von TikTok Änderungen an schädlichem Algorithmus

Die EU-Kommission wirft TikTok vor, mit seinem Empfehlungsalgorithmus die psychische Gesundheit von Nutzern zu gefährden, insbesondere von Kindern und Jugendlichen. Die Behörde hat vorläufige Ermittlungsergebnisse vorgelegt und Änderungen an der Funktionsweise der App verlangt.

EU-Kommission verlangt von TikTok Änderungen an schädlichem Algorithmus
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Die EU-Kommission hat TikTok aufgefordert, die Funktionsweise seines Empfehlungsalgorithmus zu ändern. Nach vorläufigen Ermittlungsergebnissen befeuert das System Suchtverhalten sowie Ess- und Angststörungen, und die Gefährdung trifft vor allem schutzbedürftige Nutzer, darunter Kinder und Jugendliche. Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen, die Ermittlungen dauern an.

Im Kern der Kritik steht die Art, wie die Plattform Inhalte auswählt. Schaut ein Nutzer Videos an oder markiert sie mit einem Like, interpretiert das System dies als Interesse und spielt daraufhin ähnliche Inhalte aus. Dadurch geraten Nutzer nach Darstellung der Kommission in Schleifen mit Beiträgen über Traurigkeit, Isolation, Gewicht und Körperbild. Die Behörde befürchtet dabei einen sogenannten Kaninchenbau-Effekt, bei dem sich der Konsum immer weiter verengt und verstärkt, bis Nutzer nur noch mit problematischen Inhalten konfrontiert werden.

Besonders im Fokus steht die sogenannte Für-Dich-Seite, auf der TikTok die personalisierten Empfehlungen ausspielt. Der Button «Nicht interessiert» reiche nach Einschätzung der Kommission nicht aus, um solche Inhalte wirksam zurückzudrängen. Die bisherigen Gegenmaßnahmen des Unternehmens seien unwirksam, heißt es in den vorläufigen Ergebnissen. Für die Behörde bedeutet das, dass TikTok an der Funktionsweise selbst ansetzen muss, statt nur einzelne Symptome zu bekämpfen. Die Kommission verlangt deshalb konkrete Änderungen am Algorithmus selbst.

Das Verfahren ist das dritte dieser Art gegen TikTok auf Grundlage des Digital Services Act, des europäischen Gesetzes über digitale Dienste. Ein erstes Verfahren wurde im Februar 2024 eröffnet, bisher wurde jedoch keine Strafe verhängt. Parallel läuft ein separates Verfahren zu Suchtmechanismen wie dem automatischen Abspielen von Videos, das die Plattform ebenfalls in den Blick nimmt. Ein weiteres Verfahren aus dem Juli betrifft den Schutz Minderjähriger vor übergriffigen Kontakten auf der Plattform. Die Kommission prüft damit mehrere Risikofelder gleichzeitig, die zusammen das Angebot für junge Nutzer betreffen.

Welche Konsequenzen drohen, ist offen. Verstöße gegen den Digital Services Act können mit einer Geldbuße von bis zu sechs Prozent des weltweiten Jahresumsatzes geahndet werden, zusätzlich sind tägliche Strafzahlungen denkbar. Damit wären für das Unternehmen erhebliche finanzielle Folgen möglich. TikTok kann sich jedoch gegen die Vorwürfe verteidigen oder der Kommission eigene Änderungen anbieten. Ob es zu einer Einigung oder zu einer Strafe kommt, ist derzeit nicht absehbar.

TikTok gehört zum chinesischen Konzern Bytedance. Die Plattform ist für ihre stark personalisierten Videoempfehlungen bekannt, die gerade bei Jugendlichen zu den meistgenutzten Funktionen zählen. Die Auseinandersetzung mit der EU-Kommission zeigt, wie intensiv Brüssel die Verantwortung großer Plattformen für den Schutz ihrer Nutzer inzwischen prüft. Für das Unternehmen geht es um die Frage, ob und wie der Kern seines Geschäftsmodells, die algorithmische Auswahl von Inhalten, künftig verändert werden muss.

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Florian Lorenz

Autor

Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.