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Trump entlässt Stabschefin Susie Wiles und holt Stephen Miller an die Spitze

US-Präsident Donald Trump hat Stabschefin Susie Wiles entlassen. Ihr Posten übernimmt ab Montag sein bisheriger Stellvertreter Stephen Miller, ein enger Vertrauter und Architekt der harten Migrationspolitik.

Trump entlässt Stabschefin Susie Wiles und holt Stephen Miller an die Spitze
© stern.de

US-Präsident Donald Trump hat seine Stabschefin Susie Wiles entlassen. Den Posten im Weißen Haus übernimmt ab Montag sein bisheriger Stellvertreter Stephen Miller, der als einer der einflussreichsten Berater des Präsidenten gilt. Trump verkündete die Personalentscheidung am Freitag auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social.

Laut dem Sender CBS News soll Wiles bereits am Donnerstagabend ihren Rücktritt eingereicht haben. Trump hat ihr nach Angaben aus dem Umfeld des Präsidenten zugesichert, dass sie weiterhin in seinem politischen Umfeld tätig bleiben soll, möglicherweise auch im Trump-Unternehmensimperium. Details zu einer künftigen Funktion wurden zunächst nicht bekannt.

Wiles, 69 Jahre alt, war die erste Frau, die das Amt der Stabschefin im Weißen Haus bekleidete. Die frühere Wahlkampfmanagerin hatte Trumps Strategie für die Zwischenwahlen verantwortet. Zuletzt war sie allerdings in die Kritik geraten, nachdem ein Zitat aus einem Interview mit dem Magazin Vanity Fair für Aufsehen gesorgt hatte. Darin beschrieb sie Trumps Persönlichkeit mit dem Ausdruck «alkoholikerhaft». Wiles war zudem an Brustkrebs erkrankt und hatte die Behandlung im September abgeschlossen; sie gilt seitdem als geheilt.

Stephen Miller, 41 Jahre alt, wird in Washingtoner Kreisen als «Trumps Gehirn» bezeichnet. Er gilt als Hardliner in der Einwanderungspolitik und hat maßgeblich an der Strategie zur massenhaften Abschiebung sowie an Maßnahmen zur Abriegelung der Grenze gearbeitet. Seit dem Wahlkampf 2016 steht er in Trumps Diensten und war zuvor auch als Redenschreiber tätig. In der ersten Amtszeit unterstützte er Reisebeschränkungen gegen mehrheitlich muslimische Länder. Miller lebt in Washington; er wuchs in einer liberalen jüdischen Familie in Kalifornien auf.

Die Personalie fällt in eine schwierige Phase für die Republikaner. Bei den Zwischenwahlen verloren sie ihre Mehrheiten im Repräsentantenhaus und im Senat an die Demokraten. Trump hatte die Abstimmung als Referendum über seine Politik dargestellt und im letzten Wahlmonat einen Marathon von 30 Auftritten in 20 Bundesstaaten absolviert. Viele Kandidaten der eigenen Partei hatten zuvor auf Abstand zu ihm gesetzt. Trumps Zustimmungswerte sind schlecht, weshalb weitere Personalwechsel im Umfeld des Präsidenten spekuliert werden.

Berichte, wonach auch Verteidigungsminister Pete Hegseth entlassen werden könnte, hat Trump zurückgewiesen. Ob es weitere Umbildungen im Kabinett geben wird, ist derzeit offen. Auch im Justizministerium gab es zuletzt Rücktritte, die Todd Blanche ankündigte; betroffen ist unter anderem die stellvertretende Leiterin der Bürgerrechtsabteilung, Harmeet Dhillon.

Die Demokratischen Fraktionschefs Hakeem Jeffries und Chuck Schumer kritisierten Millers Ernennung scharf. Der designierte Vorsitzende des Aufsichtsausschusses im Repräsentantenhaus, Robert Garcia, kündigte an, Miller wegen der Einwanderungspolitik untersuchen zu lassen. Mit den Mehrheitsverhältnissen im neuen Kongress dürften solche Untersuchungen an Gewicht gewinnen.

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Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.