Teurer Wohnraum bremst laut Beratern von Ministerin Reiche das Wirtschaftswachstum
Hohe Mieten und fehlender Wohnraum erschweren berufsbedingte Umzüge und schrecken Verbraucher ab. Berater von Wirtschaftsministerin Reiche sehen darin eine Wachstumsbremse.
Hohe Mieten und fehlender Wohnraum bremsen nach Einschätzung von Beratern von Wirtschaftsministerin Reiche das Wirtschaftswachstum in Deutschland. Wer für einen neuen Job den Wohnort wechseln muss, sieht sich oft mit deutlich höheren Mieten konfrontiert oder findet gar keine passende Wohnung. Das schreckt nach diesen Angaben viele Verbraucher ab und verhindert, dass Arbeitskräfte dorthin gelangen, wo sie gebraucht werden.
Die Berater sehen in den angespannten Wohnungsmärkten damit ein Problem, das weit über den Bausektor hinausreicht. Wenn Beschäftigte nicht mobil sein können, leidet nach dieser Argumentation die Verteilung von Arbeit und Qualifikation und damit die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit insgesamt. Der Wohnungsmarkt wird so zu einem Faktor für die Wachstumsaussichten des Landes.
Die Einschätzung stammt aus dem Umfeld des Wirtschaftsministeriums, das von Ministerin Reiche geführt wird. Sie stellt bezahlbaren Wohnraum nicht nur als soziale, sondern auch als ökonomische Frage dar. Zu den konkreten Zahlen, etwa zu Mietsteigerungen in einzelnen Regionen oder zur Zahl der betroffenen Arbeitnehmer, liegen derzeit keine weiteren belastbaren Angaben vor.
Auch über mögliche politische Gegenmaßnahmen ist bislang wenig bekannt. Ob die Berater Vorschläge etwa zum Neubau, zur Baulandmobilisierung oder zu Erleichterungen für Umzüge unterbreiten, lässt sich aus den vorliegenden Quellen nicht entnehmen. Ebenso fehlen Reaktionen aus der Bauwirtschaft, von Mieterverbänden oder aus der Opposition, sodass die Einschätzung bislang ohne öffentlich dokumentierte Gegenpositionen dasteht.
Die Aussage reiht sich in eine breitere Debatte ein, in der bezahlbares Wohnen als Standortfaktor gilt. Unternehmen, die Fachkräfte anwerben wollen, sind darauf angewiesen, dass potenzielle Mitarbeiter am Zielort eine Wohnung finden und die Miete tragen können. Scheitert dies, bleiben Stellen unbesetzt oder Beschäftigte pendeln über lange Strecken, was wiederum Zeit und Kosten verursacht.
Quelle: handelsblatt.com
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