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Bärbel Bas schildert nach Rücktritt ihre Erschöpfung nach dem Tod der Stieftochter

Drei Wochen nach ihrem Rücktritt als Bundesarbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende spricht Bärbel Bas erstmals öffentlich über ihre Gründe. Der Tod ihrer Stieftochter habe sie hart getroffen, und in der Politik sei dafür kein Raum gewesen.

Bärbel Bas schildert nach Rücktritt ihre Erschöpfung nach dem Tod der Stieftochter
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Drei Wochen nach ihrem überraschenden Rücktritt als Bundesarbeitsministerin und SPD-Co-Vorsitzende hat Bärbel Bas erstmals ausführlich über ihre Beweggründe gesprochen. In der ARD-Sendung „Konfrontation: Markus Feldenkirchen trifft Bärbel Bas“ sagte die 58-Jährige: „Es ist schon manchmal schwer, morgens überhaupt aufzustehen, wenn man sich fragt: wofür?“ Der Tod ihrer krebskranken Stieftochter Ende September habe sie tief getroffen.

Bas hatte die Stieftochter im Hospiz begleitet. Die beiden hätten über viele Jahre eine sehr enge Beziehung gehabt, sagte sie. Während der Sterbebegleitung habe sie gemerkt, dass ihr die Kraft ausgehe. Die Zeit im Hospiz habe ihr viel Kraft genommen, für Politik sei kein Kopf mehr frei gewesen. Sie habe deshalb entschieden, von ihren politischen Spitzenämtern zurückzutreten. Öffentlich gemacht hatte sie diese Entscheidung am 12. Oktober. Als Abgeordnete für den Wahlkreis Duisburg I sitzt Bas weiterhin im Bundestag.

Um die Situation zu verarbeiten, brauche sie Zeit, sagte Bas. Diese gebe es in politisch herausragenden Ämtern nicht. „Ich hatte den Kopf nicht frei für Dienstliches, für Politisches. Und ich wusste, ich brauche länger, ich kann nicht sofort wieder zurück.“ Es sei nicht der erste schwere Verlust für sie: Bereits 2020 war ihr Ehemann Siegfried Ambrosius gestorben, der Vater ihrer Stieftochter. Dass sie sich wieder fangen werde, daran zweifle sie nicht.

Zugleich kritisierte Bas die politische Kultur. In der Politik gebe es große Härte, oft kaum Menschlichkeit. Auch längere Krankheiten würden kaum thematisiert. „Es gibt so eine Art Schweigekultur, weil keiner will sich schwach zeigen in diesem harten politischen Geschäft“, sagte sie.

Auch mit dem Koalitionspartner gab es Spannungen. In ihrer Rücktrittserklärung hatte sich Bas massiv darüber beklagt, dass die Angriffe aus den Reihen von CDU und CSU in dieser schwierigen Zeit weitergegangen seien. Rückblickend hätte sie diese Kritik nach eigenen Worten nicht so formuliert. Hätte sie geahnt, welches Ausmaß der dadurch ausgelöste Koalitionsstreit annehmen würde, hätte sie auf ihre Kritik an der Union verzichtet.

Im Interview äußerte sich Bas auch zu Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Sie habe ihn über ihre private Lage informiert und sich über die Angriffe aus dessen Partei beschwert. Merz habe ihr versichert, er kümmere sich, doch dies habe keinen Anklang gefunden. Aus der CDU sei eine regelrechte Kampagne gegen sie und die SPD gefahren worden. Über ihren Rücktritt habe sie mit Merz nie gesprochen; der Kanzler sei von ihrem Co-Parteivorsitzenden Lars Klingbeil (SPD) informiert worden. Auch aus der eigenen Partei habe sie Rückendeckung vermisst.

An die Regierungspartner richtete Bas einen klaren Appell: „Ihr müsst besser miteinander umgehen. Sonst wird das nix.“

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Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.