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Hacker manipulieren Kühlanlagen deutscher Supermärkte und heizen auf 50 Grad

Cyberkriminelle haben Kühlsysteme mehrerer deutscher Supermärkte angegriffen und so eingestellt, dass sie auf bis zu 50 Grad Celsius heizten. Betroffen sind Filialen von Rewe und Edeka, Experten warnen vor weiteren Attacken.

Hacker manipulieren Kühlanlagen deutscher Supermärkte und heizen auf 50 Grad
© handelsblatt.com

Cyberkriminelle haben die Kühlanlagen mehrerer Supermärkte in Deutschland angegriffen und so umprogrammiert, dass sie statt zu kühlen auf bis zu 50 Grad Celsius heizten. Betroffen sind nach bisherigen Angaben Filialen der Handelsketten Rewe und Edeka. Die Unternehmen bestätigten die Vorfälle, Experten warnen nun vor weiteren Angriffen.

Nach Angaben der Unternehmen wurden Kühlregale und Lagerbereiche betroffen. Die Funktion, die die Angreifer dabei missbrauchten, dient normalerweise dazu, die Anlagen abzutauen. Statt Lebensmittel kühl zu halten, lief die Technik nun in die entgegengesetzte Richtung, was die Ware unmittelbar gefährdete. Zahlreiche Lebensmittel mussten entsorgt werden, der finanzielle Schaden geht nach Berichten in die Hunderttausende.

Die Angriffe reihen sich in eine Serie ein, die zunächst in mehreren europäischen Ländern bekannt geworden war. Dort hatten Meldungen über manipulierte Supermarkt-Kühlschränke bereits für Aufsehen gesorgt. Dass nun auch deutsche Läden betroffen sind, verstärkt die Sorge, dass die Gefahr im Handel bislang unterschätzt wurde. Auf EU-Ebene finden inzwischen erste Krisentreffen statt, bei denen das Vorgehen abgestimmt werden soll.

Der Vorfall zeigt, wie sehr moderne Kühltechnik im Lebensmittelhandel von digitaler Steuerung abhängt. Die Anlagen lassen sich häufig aus der Ferne überwachen und justieren, und genau diese Vernetzung macht sie angreifbar, sobald Zugangsdaten oder Fernwartungszugänge in falsche Hände geraten. Fachleute sehen darin ein wachsendes Problem für eine Branche, deren Betrieb ohne funktionierende Kühlkette kaum möglich ist.

Für die betroffenen Märkte bedeutet der Ausfall nicht nur wirtschaftlichen Verlust. Ware, die über Stunden bei zu hohen Temperaturen lagert, muss aus Sicherheitsgründen vernichtet werden, damit keine verdorbenen Lebensmittel in den Verkauf gelangen. Die Entsorgung und der Aufwand für Ersatzlieferungen treffen den Handel damit gleich doppelt. Wie lange die Störungen in den einzelnen Filialen andauerten und welche Systeme konkret betroffen waren, geht aus den vorliegenden Berichten nicht im Detail hervor.

Experten raten Betreibern von Kühlanlagen, ihre Steuerungssysteme gezielt abzusichern. Dazu zählen der Schutz von Zugangsdaten, die Begrenzung von Fernzugriffen und eine regelmäßige Überprüfung der Systeme auf Manipulationen. Ob und wie schnell sich solche Schutzmaßnahmen im Handel durchsetzen, bleibt offen, solange weitere Angriffe nicht ausgeschlossen werden können.

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Henrik Falkenberg

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Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.