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Bundesnetzagentur vergibt Zuschläge für neue Gaskraftwerke an RWE und Leag

Die erste Ausschreibungsrunde für neue Gaskraftwerke ist abgeschlossen. Die Anlagen sollen ab 2031 bei Dunkelflauten einspringen, die Kosten werden über eine Umlage auf Stromkunden finanziert.

Bundesnetzagentur vergibt Zuschläge für neue Gaskraftwerke an RWE und Leag
© stern.de

Die Bundesnetzagentur hat die Zuschläge in der ersten Ausschreibungsrunde für neue Gaskraftwerke vergeben. Zum Zuge kommen unter anderem Projekte der Energieunternehmen RWE und Leag. Die Anlagen sollen künftig bei sogenannten Dunkelflauten einspringen, also in Phasen, in denen Wind und Sonne nur wenig Strom liefern.

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sprach in Berlin von einem wichtigen Schritt. «Wir bringen die Kraftwerksstrategie aus der Planung in die Umsetzung und schaffen damit die Grundlage für eine sichere und bezahlbare Stromversorgung», sagte sie. Die erste Ausschreibung bezeichnete sie als großen Erfolg. Insgesamt seien 41 Gebote über knapp zwölf Gigawatt eingegangen. Das zeige, wie viel Investitionsbereitschaft mit den richtigen Rahmenbedingungen mobilisiert werden könne.

Nach Angaben der Ministerin liegt der durchschnittliche Zuschlagspreis bei rund 155.000 Euro und damit deutlich unter dem Höchstpreis von 244.000 Euro. Der Wettbewerb wirke sich also direkt auf die Kosten aus, die für die Absicherung der Stromversorgung anfallen. Davon sollen laut Reiche auch die Stromkunden profitieren. Die neu geschaffene gesicherte Leistung soll spätestens ab 2031 zur Verfügung stehen, wenn Wind und Sonne nicht ausreichend Strom liefern. Reiche verband dies mit dem weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien und dem geplanten Kohleausstieg. «Damit sichern wir den weiteren Ausbau der Erneuerbaren und den Kohleausstieg ab», sagte sie.

Die neuen Kraftwerke sind Teil eines schrittweisen Ausstiegs aus der Kohleverstromung, der bis 2038 geplant ist. Sie sollen die Versorgungssicherheit gewährleisten und als Backup dienen, wenn Solar- und Windenergie nur geringe Mengen erzeugen. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert damit Energieanlagen, die künftig kurzfristigen Strommangel ausgleichen sollen. Die Zuschläge erhielten ausschließlich Gaskraftwerke, wie es in einem Bericht heißt.

Weitere Ausschreibungen sind bereits geplant. Anbieter werden dafür honoriert, dass sie Kapazitäten bereithalten, auch wenn diese möglicherweise nur wenige Stunden im Jahr zum Einsatz kommen. Finanziert werden soll dieses Modell über eine Umlage für Stromkunden, die ab 2031 erhoben werden soll. Wie hoch diese am Ende ausfällt, ist laut den vorliegenden Berichten noch offen. Die Umlage wird damit zu einem zentralen Punkt der weiteren Debatte über die Kosten der Energiewende.

Die Ausschreibung zeigt, wie der Bund die Absicherung der Stromversorgung im Übergang von der Kohle zu erneuerbaren Energien organisieren will. Einige Berichte nennen RWE und die Leag als größte Gewinner der Runde, da sie Projekte im Umfang bedeutender Kapazitäten erhalten haben. Die Frage, wer neue Kapazitäten zur Stromerzeugung schafft, wird damit vor allem zu einer Frage an die großen Energiekonzerne.

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Henrik Falkenberg

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Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.