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BVB schlägt Arsenal 3:2 – Teenager entscheiden den Emirates Cup

Borussia Dortmund gewinnt in London gegen den englischen Meister. Zwei 18-Jährige und ein 19-Jähriger erzielen die drei BVB-Tore, Arsenal kommt im zweiten Durchgang zweimal heran.

BVB schlägt Arsenal 3:2 – Teenager entscheiden den Emirates Cup
Borussia Dortmund

Borussia Dortmund hat sein Testspiel beim FC Arsenal mit 3:2 gewonnen. Im Emirates Cup setzte sich der BVB am Sonntag in London gegen den amtierenden englischen Meister durch. Besonders auffällig: Sämtliche Dortmunder Tore gingen auf das Konto von Spielern unter 20 Jahren. Für Trainer Niko Kovač war der Termin damit nicht nur ein Ergebnis, sondern eine konkrete Prüfung, wie viel Verantwortung jüngere Spieler gegen einen Gegner dieses Niveaus übernehmen können.

Der BVB traf bereits in der siebten Minute. Fabio Silva und Felix Nmecha kombinierten schnell nach vorn, Samuele Inacio nahm den Laufweg auf und schloss mit einer Berührung ins lange Eck ab. Der 18-Jährige gab Dortmund damit trotz eines aktiven Arsenal-Starts früh die gewünschte Spielrichtung. Arsenal hatte mehr Druck aufgebaut, doch Dortmund nutzte den ersten klaren Raum hinter der gegnerischen Ordnung konsequent.

In der 29. Minute erhöhte Konstantinos Karetsas auf 2:0. Der ebenfalls 18 Jahre alte Neuzugang bekam vor dem Strafraum Raum und schlenzte den Ball mit dem linken Fuß in die Ecke. Für Karetsas war es der erste Einsatz im BVB-Trikot, nachdem er erst wenige Tage mit der Mannschaft trainiert hatte. Gerade deshalb wurde sein Auftritt nach dem Spiel besonders hervorgehoben, ohne dass der Klub daraus schon eine feste Rolle für die Saison ableitete.

Arsenal kam nach der Pause zurück. Ethan Nwaneri traf in der 54. Minute zum 1:2. Die Antwort des BVB folgte nur vier Minuten später. Nach einer Ecke kam Joane Gadou zum Abschluss und stellte den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Der 19-jährige Innenverteidiger erzielte damit nach eigenen Angaben seinen ersten Treffer für Borussia Dortmund. Die schnelle Reaktion nahm Arsenal genau in dem Moment den Schwung, in dem der Gastgeber die Partie zu drehen schien.

Viktor Gyökeres verkürzte in der 69. Minute per Elfmeter auf 2:3. Arsenal drängte danach auf den Ausgleich, doch Alexander Meyer und die Dortmunder Defensive brachten den Vorsprung über die Zeit. Ein zusätzliches Elfmeterschießen nach dem Schlusspfiff gewann Arsenal; es war als Training vereinbart und änderte das offizielle Ergebnis nicht. Der Emirates Cup ging damit nach 90 Minuten an Dortmund.

Dortmund war in London nicht komplett. Emre Can, Nico Schlotterbeck und Mussa Kaba fehlten wegen Reha-Maßnahmen. Gregor Kobel und Julian Ryerson hatten ihre Pause erst wenige Tage zuvor beendet und reisten ebenfalls nicht nach England. Auch Waldemar Anton und Diant Ramaj standen für die Partie nicht zur Verfügung. Die Ausfälle sorgten dafür, dass Kovač seine zweite Reihe gegen den Premier-League-Meister nicht nur beobachten, sondern wirklich belasten konnte.

Der Trainer ordnete den Sieg entsprechend nüchtern ein. In der Vorbereitung gehe es nicht in erster Linie um Ergebnisse, sondern darum, bestimmte Abläufe und Fortschritte zu erkennen. Positiv bewertete er vor allem die Entstehung der ersten beiden Tore. Karetsas brauche noch Zeit, habe seine fußballerische Qualität aber sofort gezeigt. Diese Zurückhaltung ist sinnvoll: Ein gutes Testspiel erhöht die Chance auf weitere Minuten, ersetzt aber nicht die Konstanz, die im Pflichtspielbetrieb verlangt wird.

Arsenal hat kaum Gelegenheit, lange über die Niederlage nachzudenken. Am 16. August trifft der Premier-League-Meister im Community Shield in Cardiff auf Manchester City. Für Dortmund folgt am 15. August zunächst die Saisoneröffnung gegen die AS Rom. Am 22. August steht mit dem Franz-Beckenbauer-Supercup gegen Bayern München das erste Pflichtspiel an. Beide Klubs wechseln also innerhalb weniger Tage von Tests zu Spielen mit direkter Konsequenz.

Damit war der Emirates Cup für beide Teams eine Prüfung in unmittelbarer Nähe zum Ernstfall. Arsenal musste erleben, wie schnell ein Gegner Umschaltsituationen bestrafen kann und wie problematisch ein Gegentor unmittelbar nach dem eigenen Anschlusstreffer ist. Dortmund bekam die Bestätigung, dass junge Spieler in einem großen Stadion und gegen einen hochklassigen Gegner Verantwortung übernehmen können. Für die BVB-Bank werden die nächsten Entscheidungen dadurch eher schwieriger als leichter – im positiven Sinn.

Das Duell war zugleich die erste Begegnung beider Vereine seit 2014. Zuvor hatten Arsenal und der BVB zwischen 2011 und 2014 sechsmal in der Champions-League-Gruppenphase gegeneinander gespielt. Die Neuauflage zwölf Jahre später hatte zwar keinen Europapokalstatus, lieferte aber eine klare Schlagzeile: Drei Teenager entschieden einen Fünf-Tore-Abend in Nordlondon. Ob sie auch in den Pflichtspielen eine größere Rolle erhalten, wird sich sehr schnell zeigen.