OpenAI unterstützt Ukraine im Kampf gegen russische Cyberangriffe
Das US-Unternehmen OpenAI gewährt der Ukraine Zugang zu seinem Cybersicherheitsprogramm «Daybreak». Die Technologie soll helfen, Schwachstellen in Computersystemen aufzuspüren und die zivile Infrastruktur besser zu schützen. Im vergangenen Jahr registrierte Kiew fast 6.000 Cybervorfälle.
Die Ukraine erhält im Abwehrkampf gegen russische Cyberangriffe Unterstützung von dem US-amerikanischen KI-Unternehmen OpenAI. Wie der Technologiekonzern mitteilte, wird die Regierung in Kiew in das bislang nur eingeschränkt zugängliche Programm «Daybreak» aufgenommen. Die besonders leistungsfähigen KI-Anwendungen sollen dabei helfen, Schwachstellen in Computersystemen aufzuspüren und zu beheben. Auf diese Weise soll vor allem die zivile Infrastruktur besser gegen Cyberangriffe geschützt werden.
Nach Angaben von OpenAI ist die Ukraine anhaltenden Cyberattacken aus Russland ausgesetzt. Allein im vergangenen Jahr registrierte die zuständige ukrainische Behörde demnach fast 6.000 Vorfälle. Zu den Zielen gehörten Computersysteme von Krankenhäusern sowie Einrichtungen des Energie- und Telekommunikationssektors. Die nun gewährte Unterstützung soll die Widerstandsfähigkeit dieser kritischen Bereiche stärken.
OpenAI hat nach eigenen Angaben bereits der EU-Agentur für Cybersicherheit Enisa sowie mehreren Staaten spezielle KI-Modelle für IT-Sicherheit zur Verfügung gestellt, darunter Deutschland, Frankreich und Polen. Die Ankündigung erfolgte am Rande der UN-Generalversammlung in New York, wo der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj an diesem Mittwoch eine Rede halten sollte. Russland und die Ukraine haben in den vergangenen Monaten ihre militärischen Angriffe auf die Infrastruktur der jeweils anderen Seite verstärkt.
Die militärische Lage bleibt angespannt. Bei russischen Gleitbombenangriffen auf die Siedlung Olexandriwka im ostukrainischen Gebiet Donezk wurden nach Angaben von Militärgouverneur Wadym Filaschkin mindestens vier Menschen getötet und vier weitere verletzt. Vier Gleitbomben seien auf den Ort abgeworfen worden, der etwa 40 Kilometer von der Frontlinie entfernt liegt. Ein mehrstöckiges Wohnhaus wurde vollständig zerstört, elf weitere beschädigt. Auch 42 Einfamilienhäuser, ein Kindergarten, ein Geschäft und ein Verwaltungsgebäude erlitten Schäden. Filaschkin forderte die verbliebenen Bewohner der umkämpften Region zur Flucht auf.
Gleitbomben sind mit Flügelkonstruktionen ausgestattete Bomben, die von russischen Kampfjets aus großer Entfernung und Höhe abgeworfen werden. Dadurch können sie weitgehend ungefährdet von der ukrainischen Flugabwehr ins Ziel gleiten. Die Angriffe auf zivile Einrichtungen setzen die Bevölkerung zusätzlich unter Druck.
Bei weiteren russischen Angriffen in verschiedenen Teilen der Ukraine wurden mindestens vier Menschen getötet und mehrere verletzt. In der Hauptstadt Kiew kam nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko ein Mensch ums Leben. Der Mann sei im Krankenhaus seinen Verletzungen erlegen, schrieb Klitschko bei Telegram. Zuvor hatte er von mindestens acht Verletzten infolge der Angriffe gesprochen. In mehreren Stadtteilen entstanden Schäden, unter anderem durch einen Drohneneinschlag an einer Tankstelle.
Auch die Stadt Sumy im Nordosten der Ukraine wurde attackiert. Militärgouverneur Oleh Hryhorow zufolge gab es Einschläge an vier Orten, darunter eine Wohngegend und zivile Infrastruktur. Ein Mensch wurde verletzt. In Charkiw im Osten der Ukraine kam bei Angriffen am Abend nach Angaben von Bürgermeister Ihor Terechow ein Mensch ums Leben, weitere wurden verletzt. In der Stadt Isjum im Gebiet Charkiw wurden nach Behördenangaben acht Menschen verletzt. Infolge des Beschusses kam es in mehreren Stadtteilen zu Stromausfällen.
Im südostukrainischen Gebiet Saporischschja wurde nach Angaben von Militärgouverneur Mychajlo Semikin ein Mensch in der Siedlung Kuschuhum getötet. Zwei weitere seien bei einem Einschlag in ein Einkaufszentrum in Saporischschja verletzt worden. Die anhaltenden Angriffe auf zivile Ziele und die kritische Infrastruktur verdeutlichen die Notwendigkeit zusätzlicher Schutzmaßnahmen, zu denen nun auch die KI-gestützte Cybersicherheitshilfe gehört.
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