DOSB-Prüfer sehen München knapp vor Köln-Rhein-Ruhr und Berlin
Die Evaluierungskommission des DOSB bewertet München mit 87 von 100 Punkten als besten deutschen Bewerber für Olympische Sommerspiele. Köln-Rhein-Ruhr folgt mit 85 Punkten, Berlin liegt mit 74,6 Zählern deutlich zurück. Die Mitgliederversammlung entscheidet am Samstag in Baden-Baden.
München geht als knapper Favorit in das Rennen um die deutsche Olympia-Bewerbung. Die Evaluierungskommission des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) bewertete die Pläne der bayerischen Landeshauptstadt für Sommerspiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044 geringfügig besser als das Konzept des Mitbewerbers Köln-Rhein-Ruhr. Berlin erhielt nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine deutlich schlechtere Gesamtnote und kommt für die nationale Kandidatur kaum noch infrage.
Konkret vergaben die Prüfer an München 87 von 100 möglichen Punkten, Köln-Rhein-Ruhr erreichte 85 Zähler. Beide Bewerbungen wurden damit mit der Note «sehr gut» eingestuft. Berlin kam auf 74,6 Punkte und erhielt lediglich die Bewertung «gut». Über die Ergebnisse hatte zuerst die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» berichtet.
Das Votum der Kommission ist eine wichtige Grundlage für die außerordentliche Mitgliederversammlung des DOSB an diesem Samstag in Baden-Baden. Bindend ist es für die Abstimmung allerdings nicht. Stimmberechtigt in der Evaluierungskommission waren vier Vertreter des Sports, darunter DOSB-Präsident Thomas Weikert und DOSB-Vorstandschef Otto Fricke, sowie zwei Abgesandte der Politik: Babette Kibele aus dem Sport-Staatsministerium und Bundestags-Vizepräsidentin Josephine Ortleb von der SPD.
Die Bewerber hatten bis Anfang Juni Zeit, ihre finalen Konzepte einzureichen. Diese wurden anschließend anhand einer gemeinsam mit dem Bund entwickelten Bewertungsmatrix beurteilt. Die Evaluierung führte der DOSB zusammen mit den olympischen Spitzenverbänden durch. Zu den Kriterien zählten die Strahlkraft der Bewerbung, die Chancen auf einen Zuschlag im internationalen Wettbewerb sowie die Unterstützung in der Bevölkerung und der jeweiligen Region. Auch die sportfachliche und operative Eignung wurde bewertet, etwa Reisezeiten, Hotelkapazitäten und die Unterbringung der Athletinnen und Athleten.
Berlin galt bereits vor der letzten Sitzung der Kommission als klarer Außenseiter. Anders als in München und Nordrhein-Westfalen verzichtete die Hauptstadt auf einen Bürgerentscheid. Zwar votierte das Abgeordnetenhaus mehrheitlich für eine Bewerbung, allerdings noch unter der schwarz-roten Koalition, die bei der Wahl am Sonntag abgewählt wurde. Da die Linke in Berlin als stärkste Partei und auch die Grünen eine Olympia-Bewerbung ablehnen, birgt Berlin als deutscher Kandidat ein erhebliches Risiko. Eine mögliche deutsche Bewerbung könnte noch vor der Vergabe durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) platzen.
Hamburgs Olympia-Pläne waren bereits bei einem Bürgerentscheid im Mai durchgefallen. Bei der Entscheidung über den nationalen Kandidaten dürfen am Samstag die 42 olympischen Spitzenverbände abstimmen. Zudem haben acht persönliche Mitglieder des DOSB – darunter der Profi-Fußballer Leon Goretzka und der Hockey-Olympiasieger Moritz Fürste – sowie die Präsidiumsmitglieder des Verbands jeweils eine Stimme.
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