Windkraftbetrüger Hendrik Holt in Dubai gefasst
Der seit vier Wochen flüchtige Hendrik Holt ist in Dubai festgenommen worden. Der wegen millionenschweren Betrugs verurteilte Windkraftunternehmer war aus einer Berliner Justizvollzugsanstalt entkommen. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück spricht von einem Fahndungserfolg.
Der wegen millionenschweren Betrugs verurteilte Windkraftunternehmer Hendrik Holt ist in Dubai festgenommen worden. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft Osnabrück, die von einem Fahndungserfolg spricht. Der 41-Jährige war seit vier Wochen auf der Flucht, nachdem er aus einer Justizvollzugsanstalt in Berlin entkommen war.
Holt war zuvor wegen Betrugs in Millionenhöhe im Zusammenhang mit Windparkprojekten verurteilt worden. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hatte die Ermittlungen gegen ihn geführt. Über die genauen Umstände seiner Flucht aus der Berliner Haftanstalt ist bislang nichts Näheres bekannt. Auch die Umstände seiner Festnahme in den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden zunächst nicht im Detail erläutert.
Die Festnahme in Dubai markiert das vorläufige Ende einer Flucht, die über die Grenzen Deutschlands hinausführte. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Deutschland verbindet kein Auslieferungsabkommen im klassischen Sinne, jedoch besteht die Möglichkeit einer Überstellung auf Grundlage gegenseitiger Rechtshilfe. In der Vergangenheit haben die Emirate in einzelnen Fällen mit deutschen Behörden zusammengearbeitet. Wie es nun weitergeht, ist offen. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück dürfte bestrebt sein, Holt nach Deutschland zurückzubringen, damit er seine Haftstrafe antreten kann.
Der Fall Holt hatte bereits vor seiner Flucht für Aufsehen gesorgt. Der Unternehmer hatte mit Windparkprojekten geworben und dabei offenbar systematisch Gelder von Investoren eingesammelt, ohne die versprochenen Anlagen zu errichten. Die Summe des Schadens soll in die Millionen gehen. Die Justiz wertete dies als gewerbsmäßigen Betrug. Holt wurde entsprechend verurteilt und in eine Justizvollzugsanstalt in Berlin eingewiesen.
Die Flucht aus der Haft gelang ihm vor rund vier Wochen. Seither suchten die Behörden nach ihm. Die Spur führte offenbar in die Vereinigten Arabischen Emirate, wo Holt nun in Dubai gefasst wurde. Die genauen Umstände der Festnahme – ob aufgrund eines Hinweises, durch Zufall oder durch gezielte Fahndung – sind nicht überliefert. Klar ist: Die internationale Zusammenarbeit der Strafverfolgungsbehörden hat hier gegriffen.
Für die Opfer des Betrugs ist die Nachricht von der Festnahme ein wichtiges Signal. Ob und in welchem Umfang sie ihr Geld zurückerhalten, ist jedoch ungewiss. Zivilrechtliche Ansprüche gegen Holt dürften angesichts der Haftstrafe und der möglichen Vermögenslage schwer durchzusetzen sein. Der Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig eine funktionierende internationale Fahndung ist, wenn sich Beschuldigte ins Ausland absetzen.
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück hat bislang keine weiteren Einzelheiten zu den Umständen der Flucht oder der Festnahme mitgeteilt. Auch über den Zeitpunkt einer möglichen Überstellung nach Deutschland gibt es noch keine Informationen. Der Fall bleibt in Bewegung – für die Ermittler ist die Festnahme in Dubai zunächst ein wichtiger Etappenerfolg.
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