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Demokratin Haley Stevens unterstützt Republikaner Mike Rogers im Senatsrennen in Michigan

Kurz vor den US-Zwischenwahlen hat sich die demokratische Abgeordnete Haley Stevens überraschend für den republikanischen Kandidaten Mike Rogers ausgesprochen. Ihr Parteikollege Abdul El-Sayed kritisiert den Schritt, Präsident Trump begrüßt ihn.

Demokratin Haley Stevens unterstützt Republikaner Mike Rogers im Senatsrennen in Michigan
© t-online.de

Kurz vor den US-Zwischenwahlen hat die demokratische Abgeordnete Haley Stevens überraschend den republikanischen Kandidaten Mike Rogers unterstützt. Stevens sprach sich für Rogers aus, der sich um einen Sitz im US-Senat im Bundesstaat Michigan bewirbt. Damit wandte sie sich gegen den Bewerber ihrer eigenen Partei, den linken Demokraten Abdul El-Sayed, und bringt die oppositionellen Demokraten in eine schwierige Lage.

Stevens warf El-Sayed vor, seine Kampagne sei von Hass geprägt. Außerdem kritisierte sie, dass er mit umstrittenen Persönlichkeiten zusammenarbeite, etwa dem linken Streamer Hasan Piker. Stevens war zuvor bei einer parteiinternen Vorwahl gegen El-Sayed unterlegen, der nun gegen Rogers antritt. Ihre Entscheidung hat in Washington für Verärgerung gesorgt, auch die demokratischen Abgeordneten zeigten sich frustriert.

Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Rogers vor Journalisten wurde Stevens mehrfach als „Verräterin“ beschimpft. Rogers erklärte, der Hass im Wahlkampf sei teilweise so laut geworden, dass er einige Bürger des Bundesstaates gefährde. Zudem verwies er auf aus seiner Sicht bestehende Risiken für jüdische Bürger, die er mit El-Sayed in Verbindung brachte.

Auch Präsident Donald Trump äußerte sich deutlich. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, Stevens habe ausgesprochen, was nur wenige wagen würden. Bei einem Wahlkampfauftritt in Iowa lud er sie ein, sich den Republikanern anzuschließen, obwohl er sie zuvor kritisiert hatte. Trump und die Republikaner hatten El-Sayed im Wahlkampf zu einem zentralen Feindbild gemacht. Sie bezeichneten ihn als radikal linken Kommunisten und rückten ihn in die Nähe von Islamisten. Trump ging so weit, ihn als radikalen Dschihadisten zu bezeichnen. Rogers warf El-Sayed eine extreme Ideologie vor.

El-Sayed zeigte sich von dem ungewöhnlichen Schulterschluss unbeeindruckt. Am Ende des Tages denke er gar nicht an Haley Stevens, sagte er. Würde er gewählt, wäre er der erste muslimische Senator der USA. Zu seinen Kernforderungen zählen eine allgemeine staatliche Krankenversicherung und eine stärkere Besteuerung von Superreichen.

Die frühere Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, und der demokratische Minderheitsführer im Senat, Chuck Schumer, warfen Stevens Verrat vor. Auch im engsten Umfeld der Abgeordneten gab es Unmut: Wie die „New York Times“ und „The Hill“ berichteten, kündigten ihr langjähriger Bürochef und ihr Kommunikationsleiter.

Am Dienstag wählen die USA 35 der 100 Senatoren sowie alle 435 Abgeordneten des Repräsentantenhauses neu. Umfragen zufolge könnten die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen, im Senat zeichnet sich dagegen kein klares Bild ab. Erste Ergebnisse dürften nach mitteleuropäischer Zeit erst in der Nacht zum Mittwoch vorliegen. Wann die Mehrheitsverhältnisse in beiden Kammern feststehen, ist unklar. Stevens vertritt seit 2019 einen Wahlkreis in Michigan im Repräsentantenhaus und tritt bei dieser Wahl nicht erneut an.

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Henrik Falkenberg

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Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.