Israel hat die US-Regierung einem Medienbericht zufolge vor einem konkreten Mordkomplott des Iran gegen Präsident Donald Trump gewarnt. Die Warnung, die einen erst kürzlich ausgearbeiteten Anschlagsplan der Führung in Teheran umfassen soll, wurde von CNN und dem Wall Street Journal unter Berufung auf ungenannte Quellen veröffentlicht. Trump selbst hatte sich zuvor mehrfach als «Nummer eins auf der Todesliste des Iran» bezeichnet.

Die US-Regierung erhält nach Angaben eines US-Beamten regelmäßig derartige Warnungen. Die jüngste Warnung aus Israel sei jedoch neu und habe einen konkreten Plan beinhaltet, so der Beamte gegenüber CNN. Details zu dem angeblichen Anschlagsplan wurden zunächst nicht bekannt. Ein anderer US-Beamter äußerte gegenüber dem Sender die Vermutung, die Warnung könne auch ein Versuch sein, Einfluss auf Trumps Entscheidungen im Iran-Krieg zu nehmen.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte zuletzt für einen deutlich härteren Kurs gegenüber Teheran plädiert und war darüber mit Trump aneinandergeraten. Trump und Netanjahu haben erst am Donnerstag über den Iran-Krieg beraten. Bei dem Telefonat habe Trump «über das Vorgehen der USA in der Golfregion» informiert, teilte Netanjahus Büro mit. Ein US-Vertreter bestätigte das Telefonat, nannte jedoch keine weiteren Einzelheiten.

Die USA und Israel hatten mit gemeinsamen Luftangriffen am 28. Februar den Iran-Krieg ausgelöst. In dessen Folge kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Israel und der pro-iranischen Hisbollah-Miliz im Libanon. Zudem wurden immer wieder Länder der Region, in denen US-Truppen stationiert sind, vom Iran angegriffen. Nach der Vereinbarung eines Grundsatzabkommens zwischen Washington und Teheran im vergangenen Monat herrschte vorübergehend relative Ruhe in der Region. In der Nacht zum Mittwoch begannen die USA jedoch wieder mit massiven Angriffen auf den Iran. Die Streitkräfte Teherans griffen daraufhin wieder US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain an.

Trotz der anhaltenden Angriffe gegen den Iran arbeiten Washington und Teheran laut der US-Regierung weiter an einer diplomatischen Lösung des Konflikts. «Die Vereinigten Staaten setzen sich weiterhin für eine Lösung ein, und die technischen Gespräche laufen weiter», sagte ein Regierungsbeamter der Nachrichtenagentur dpa. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass das Verhalten der iranischen Führung einen Verstoß gegen das Rahmenabkommen «inakzeptablen Ausmaßes» darstelle. Trump hatte dem Iran zuletzt mehrfach gedroht und den Sinn weiterer Gespräche öffentlich in Zweifel gezogen.

Im Iran ist unterdessen der langjährige oberste Anführer Ajatollah Ali Chamenei beigesetzt worden, der gleich am ersten Tag der US-israelischen Angriffe auf sein Land im Februar getötet worden war. Sein Leichnam liege nun im Mausoleum des Imams Resa in Maschhad, berichtete das staatliche Fernsehen am Freitagmorgen. Maschhad war die Heimatstadt von Chamenei. Das Mausoleum des Imams Resa ist das wichtigste schiitische Heiligtum im Iran. Der Beisetzung vorausgegangen waren mehrtägige Trauerfeiern, die sich immer wieder zu Massenkundgebungen gegen die USA und Israel entwickelten. Dabei wurde unter anderem immer wieder skandiert: «Kein Kompromiss mit den Mördern.»

Die Entwicklungen der vergangenen Tage zeigen die anhaltende Spannung in der Region. Während die USA und Israel weiterhin militärisch gegen den Iran vorgehen, suchen beide Seiten gleichzeitig nach diplomatischen Wegen aus dem Konflikt. Die Warnung aus Israel vor einem Mordkomplott gegen Trump unterstreicht die Komplexität der Lage, in der militärische Aktionen, Geheimdiensterkenntnisse und diplomatische Bemühungen eng miteinander verwoben sind. Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit großer Sorge, da eine weitere Eskalation des Konflikts weitreichende Folgen für die gesamte Region haben könnte.