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Pilze im Rasen: Woher sie kommen und wie Gärtner sie wieder loswerden

Im Spätsommer und Herbst treiben Pilze auch in Hausgärten ihre Fruchtkörper durch den Rasen. Für viele Kleingärtner ist das vor allem ein ästhetisches Problem. Die Redaktion erklärt, wie die Pilze in den Boden gelangen, welche Arten häufig vorkommen und welche Maßnahmen gegen den Befall helfen.

Pilze im Rasen: Woher sie kommen und wie Gärtner sie wieder loswerden
Gartentipps: Pilze im Rasen: Woher sie kommen – und wie sie wieder gehen

Wenn die Pilzsaison beginnt, freuen sich Sammler über Steinpilze und Maronen im Wald. In Kleingärten hingegen sorgen die Fruchtkörper, die über Nacht aus feuchten Rasenflächen sprießen, bei vielen Besitzern für Unmut. Hauptgrund ist meist die Optik: Pilze gelten auf dem gepflegten Grün als störend. Dabei ist der sichtbare Pilz nur ein kleiner Teil des Organismus. Das eigentliche Wesen ist das Myzel, ein oft weitläufiges Wurzelgeflecht unter der Erde. Der Fruchtkörper dient allein der Vermehrung, indem er Sporen freisetzt, die der Wind verteilt oder die an Schuhen, Rasenmähermessern und Vertikutierern haften bleiben.

Besonders wohl fühlen sich die Sporen im spätsommerlichen und herbstlichen Wetter, wenn es warm und zugleich feucht ist. Sie keimen und breiten sich binnen einer Nacht unter dem Rasen aus, wenig später erscheinen die Fruchtkörper. In Gärten finden sich neben Bovisten vor allem Hutpilze wie Feldegerling, Wiesenchampignon, Düngerlinge und verschiedene Schwindlingsarten. Sie wachsen einzeln oder in Gruppen und schießen bei feuchtwarmem Wetter teils über Nacht aus dem Boden. Als besonders unangenehm gelten sogenannte Stresspilze wie der Pythium. Dieser Eipilz lebt parasitisch, bevorzugt stark verdichtete Böden mit einem zu hohen pH-Wert über 7,5 und greift Pflanzen an der Wurzel an. Die Folge sind braune Stellen im Rasen, die sich zunehmend ausbreiten.

Gegen die Fruchtkörper selbst haben Gärtner drei Möglichkeiten. Sie können abwarten, bis der Rasen durchtrocknet und die Pilze von selbst verschwinden. Sie können die Fruchtkörper dicht über dem Boden abzupfen und im Hausmüll entsorgen, damit sich die Sporen nicht weiter verbreiten. Oder sie stechen die Fläche rund um die Pilze großzügig aus, entfernen das Material ebenfalls über den Restmüll und säen auf der kahlen Stelle neuen Rasen. Vom Mähen der Pilze raten Experten ausdrücklich ab, da dabei die Sporen im gesamten Garten verteilt werden und der Befall sich verstärkt.

Häufig weist ein starker Pilzbefall auf ein tiefer liegendes Problem hin: Der Boden leidet womöglich unter Nährstoffmangel oder Staunässe, die durch zu häufiges und langes Wässern entsteht. Wer den Rasen hin und wieder trockener hält und mit Langzeitdünger sowie Bodenaktivatoren versorgt, stärkt die Gräser. Der enthaltene Stickstoff fördert das Wachstum, Kalium und Phosphor kräftigen die Wurzeln und erhöhen die Widerstandskraft. Die Mineralien und Algen im Aktivator bremsen das Pilzwachstum und regen das Bodenleben an. Beim Nachsäen sollten Gärtner den Boden sorgfältig umgraben und alle Pflanzenreste auflesen, denn vergessenes Totholz kann später erneut Pilzwachstum anregen.

Um Stresspilzen vorzubeugen, empfehlen Fachleute, den Rasen nur in den Morgenstunden zu beregnen, regelmäßig zu vertikutieren, für eine gleichmäßige Nährstoffversorgung zu sorgen, den pH-Wert des Bodens zu kontrollieren und die Saatgutmenge beim Nachsäen zu beachten. Wer diese Punkte beachtet, hat gute Chancen, dass der Rasen pilzfrei bleibt und die ungebetenen Gäste ausbleiben.

Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.