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USA greifen erstmals seit Juli wieder Raketenwerfer im Iran an

Das US-Militär hat Ziele auf der iranischen Insel Larak angegriffen. Die Revolutionsgarden meldeten daraufhin einen Raketenangriff auf US-Stützpunkte in Jordanien.

USA greifen erstmals seit Juli wieder Raketenwerfer im Iran an
Straße von Hormus: USA greifen Raketenwerfer im Iran an

Das US-Militär hat erstmals seit Ende Juli wieder Ziele im Iran angegriffen. Wie das Nachrichtenportal „Axios“ sowie die Sender Fox News und CBS News unter Berufung auf einen US-Beamten berichteten, nahmen die Streitkräfte zwei Raketenwerfer auf der Insel Larak ins Visier. Auch die iranische Nachrichtenagentur Fars meldete unter Berufung auf Anwohner, dass im Bereich der Insel eine Explosion zu hören gewesen sei.

Tim Hawkins, Sprecher des US-Zentralkommandos, erklärte, man habe beobachtet, wie Einheiten der Islamischen Revolutionsgarden auf Larak Vorbereitungen trafen, um minenbestückte Raketen abzufeuern. Ziel sei die angrenzende Meerenge – eine zentrale Schifffahrtsroute für Öl- und Gastransporte. Admiral Brad Cooper, Leiter des US-Zentralkommandos, hatte zuvor erklärt, die US-Streitkräfte hätten bis vergangene Woche die Minen geräumt, die der Iran in der Straße von Hormus verlegt hatte.

Die Revolutionsgarden bestätigten nach dem US-Angriff Opfer unter iranischen Kämpfern und Zivilisten, nannten jedoch keine genaue Zahl. Wenig später meldeten sie, sie hätten zwei US-Stützpunkte in Jordanien mit ballistischen Raketen angegriffen. Ziel des Beschusses seien die Militärbasen King Hussein und Al Azraq gewesen. Fox News zufolge blieben die Angriffe zunächst ohne größere Auswirkungen; fast alle anfliegenden Raketen seien abgefangen worden, berichtete der Sender unter Berufung auf US-Kreise.

Erst diese Woche hatte US-Präsident Donald Trump dem Iran erneut mit der Zerstörung jeglicher Schiffe und Boote gedroht, die in der Straße von Hormus Seeminen verlegen. Er verwies auf eine „Null-Toleranz-Politik“ bei der Verminung der Meerenge, nachdem er bereits Mitte April ähnliche Drohungen ausgesprochen hatte. Trump betonte zudem, sein Militär habe ihn darüber informiert, dass alle Minen aus der Straße von Hormus entfernt oder gesprengt worden seien. Er drängte internationale Handelsschiffe zu der Passage durch die Meerenge und verwies darauf, dass sie durch die US-Marine und die US-Luftwaffe abgesichert würden.

Doch auch fast anderthalb Monate danach liegt der Schiffsverkehr weiter deutlich unter dem Vorkriegsniveau. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf den globalen Handel und führte zu einer deutlichen Erhöhung von Energiepreisen und Lebenshaltungskosten in vielen Ländern. Zuletzt war es in dem Konflikt ruhig geworden. Sowohl militärisch als auch auf diplomatischer Ebene waren keine Fortschritte zu verzeichnen. Zwar behauptete Trump bei vielen öffentlichen Auftritten, dass Teheran militärisch bereits bezwungen worden sei und die für den weltweiten Ölhandel wichtige Meerenge geöffnet sei. Dem widerspricht jedoch die Tatsache, dass seit Monaten weiterhin kaum Schiffe durch die Straße von Hormus verkehren können und sich das Regime in Teheran wenig kompromissbereit zeigt.

Unterdessen sorgt eine Recherche der „Washington Post“ für Wirbel. Unter Berufung auf mit einem geheimen Dokument vertraute Personen berichtete das Blatt, dass mehrere hochrangige US-Militärs Verteidigungsminister Pete Hegseth darauf hingewiesen hätten, dass eine Verlängerung großangelegter Operationen gegen den Iran nicht mehr tragbar sei. Sie fürchten erhebliche Sicherheitsrisiken für die amerikanischen Truppen und sogar die US-Bevölkerung. Durch eine Verlängerung des Iran-Krieges könnten die Fähigkeiten der Streitkräfte, Bedrohungen auch in der Heimat abzuwehren, eingeschränkt werden, schrieb die „Washington Post“ unter Berufung auf das sogenannte Secretary of Defense Orders Book.

Das US-Verteidigungsministerium dementierte den Bericht – allerdings nur in Teilen. „Vieles davon ist schlichtweg falsch“, schrieb Pentagon-Sprecher Sean Parnell auf der Plattform X. Er betonte, dass die Veröffentlichung streng geheimer Lageberichte ein „Verbrechen“ sei. In einem Statement an die Deutsche Presse-Agentur sagte Parnell, der Artikel sei „ein schlecht recherchierter Bericht voller Ungenauigkeiten“. Zu internen operativen Abläufen oder bestimmten Risikobewertungen wolle er sich nicht öffentlich äußern. Die Warnungen seien von Oberbefehlshabern von Heer, Marine und Luftwaffe sowie den Vier-Sterne-Generälen, die die US-Operationen in Europa, Asien und Lateinamerika leiten, ausgesprochen worden, berichtet die Zeitung.

Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.