Flüsterbrunnen in Uelzen erzählt Geschichten und belebt die Innenstadt
Ein Flüsterbrunnen in Uelzen erzählt Besuchern kurze Geschichten aus seiner eigenen Perspektive. Die Klanginstallation am Schnellenmarkt wurde seit Ende April bereits tausende Male ausgelöst und gilt als Erfolg für die Innenstadtbelebung.
In Uelzen ist eine neue Attraktion entstanden: Ein Flüsterbrunnen, der kurze Geschichten aus seiner eigenen Perspektive erzählt. Wer sich auf eine sogenannte Flüsterbank setzt, wird mit einer Erzählung belohnt. Das Konzept zur Belebung der Innenstadt geht nach Angaben der Verantwortlichen auf.
„Es gibt einhundert Wassergeschichten, die haben aber nichts mit Hundertwasser zu tun“, sagt Alexander Hass, Betriebsleiter des Stadtmarketings. Der Uelzener Bahnhof ist durch die Gestaltung des österreichischen Künstlers Friedensreich Hundertwasser über die Region hinaus bekannt. Der Brunnen selbst ist ein 1980 errichtetes Kunstwerk des Bildhauers Georg Münchbach.
Eine Lichtschranke registriert die Besucher, sobald sie auf der Flüsterbank Platz nehmen. Der Brunnen versiegt zur gleichen Zeit und eine Geschichte nach der anderen kommt vom Band. „Es ist eine tolle Art, Menschen hierherzuziehen, dann zu verweilen“, sagt Hass. „Wir haben beobachtet, dass die Menschen, die hier sitzen, lächeln. Das wollen wir erreichen.“
Am Abend wechselt die Klanginstallation in einen Nachtmodus und gibt die Geschichten per Bluetooth für den eigenen Kopfhörer oder das Smartphone frei. Laut Statistik wurde die Installation seit ihrer Inbetriebnahme Ende April bereits einige Tausend Mal ausgelöst. Damit belebe man den Bereich in der Innenstadt am Schnellenmarkt, so der Tourismusfachmann. „Das Rezept ist aufgegangen.“
Auch Bürgermeister Jürgen Markwardt (parteilos) zeigt sich zufrieden: „Der Brunnen stärkt das Schnellenmarkt-Quartier als Aufenthaltsort und setzt einen neuen Impuls für die Innenstadt.“ Die Stadt will das Quartier zu einem Kunst- und Kulturort gestalten. In den vergangenen Jahren wurden Gastronomiebetriebe angesiedelt, Leerstände reduziert und neue kulturelle Angebote geschaffen.
Das Projekt ist Bestandteil des Bundesförderprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“. Die Kombination aus Kunst, Technik und Verweilmöglichkeit soll den Bereich langfristig attraktiver machen und Besucher dazu einladen, länger in der Stadt zu bleiben.
