Letzte Generation beendet Klimaproteste mit Abschiedsaktion in Bremen
Die Letzte Generation hat ihre Proteste offiziell beendet. Bei einer letzten Aktion in Bremen legten Aktivisten ihre Westen ab und riefen die Bürger zu eigenem Engagement auf. Grund sind Mitgliederschwund und zahlreiche Gerichtsverfahren.
Die Klimaschutzgruppe Letzte Generation hat das Ende ihrer Protestaktionen bekannt gegeben. Bei einer letzten Streikaktion in Bremen versammelten sich ehemalige Mitglieder an einer Ampelkreuzung in der Innenstadt und blockierten diese kurzzeitig. Anders als bei früheren Aktionen verzichteten die Teilnehmer auf das Festkleben auf der Fahrbahn. Stattdessen legten sie ihre orangefarbenen Westen ab, warfen ungenutzte Klebetuben weg und ließen ihre Banner auf der Straße zurück.
In einer Mitteilung begründete das Kollektiv den Schritt: „Ein Aufsehen erregender Stau würde die Politik ja doch nicht zu mehr Klimaschutz bewegen. Deswegen wollen wir das nicht mehr machen.“ Nach der kurzen Blockade zogen die Aktivisten in pinken Warnwesten mit Schildern entlang der Weserpromenade. Dabei riefen sie die Bevölkerung auf, sich selbst gegen den Klimawandel und das Erstarken rechter Parteien zu engagieren. Für den Abend war in der Bremer Innenstadt eine Informationsveranstaltung geplant.
Damit endet eine der umstrittensten Protestbewegungen der vergangenen Jahre. Die im Dezember 2021 gegründete Gruppierung hatte die Bundesrepublik polarisiert. Vorausgegangen war ein Hungerstreik von vier Aktivisten vor dem Berliner Reichstag, die Gespräche mit den damaligen Kanzlerkandidaten Olaf Scholz, Christian Lindner und Annalena Baerbock erzwingen wollten. Die Gruppe forderte unter anderem die Rückkehr zum Neun-Euro-Ticket, einen schnelleren Ausstieg aus fossilen Energien und ein Tempolimit auf Autobahnen.
Zu den klimapolitischen Errungenschaften der damaligen Bundesregierung zählten das Deutschlandticket, das Heizungsgesetz und neue Rahmenbedingungen für den Ausbau erneuerbarer Energien. Den Aktivisten ging das jedoch nicht weit genug. Mit bundesweiten Aktionen und zivilem Ungehorsam machten sie ihrem Unmut Luft. Dazu gehörten das Festkleben auf Straßen in Städten wie Berlin und Frankfurt am Main sowie das Besprühen von Privatflugzeugen. Diese Aktionen brachten der Gruppe jedoch Kritik ein, insbesondere von Pendlern und Bürgern.
Inzwischen haben die Aktivisten ihren Protest weitgehend eingestellt. Grund sind neben Mitgliederschwund auch tausende Gerichtsverfahren gegen Beteiligte. „Wir sind noch aktiv, doch sind wir auch leider viel damit beschäftigt, unsere Zeit vor Gericht oder sogar im Gefängnis zu verbringen“, erklärte das Kollektiv. Den Aktivisten werden unter anderem Nötigung, Sachbeschädigung, Widerstand oder die Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. In den meisten Fällen wurden Bußgelder verhängt, einige Aktivisten verbüßen Haftstrafen ohne Bewährung.
Im Zuge einer Neuorientierung gründeten die verbliebenen Aktivisten im Winter 2025 die Neue Generation oder schlossen sich dem internationalen Widerstands-Kollektiv an. Ihre Kernanliegen Klimaschutz und fossiler Ausstieg bestehen weiter. Allerdings setzen die Aktivisten nun weniger auf Konfrontation, sondern wollen mit Informationsveranstaltungen überzeugen.
