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Wüst beendet Türkei-Reise mit Wirtschaftskonferenz in Istanbul

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst schließt seine dreitägige Türkei-Reise mit einer Wirtschaftskonferenz in Istanbul ab. Dabei sollen mehrere Unternehmensvereinbarungen unterzeichnet werden. Anlass der Reise ist das 1961 geschlossene Anwerbeabkommen für türkische Arbeitskräfte.

Wüst beendet Türkei-Reise mit Wirtschaftskonferenz in Istanbul
Wüst beendet Türkei-Reise mit Wirtschaftskonferenz

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst hat am letzten Tag seiner dreitägigen Türkei-Reise an einer Wirtschaftskonferenz in Istanbul teilgenommen. Dort sollen mehrere Vereinbarungen zwischen Unternehmen beider Länder unterzeichnet werden. Die Reise stand von Beginn an im Zeichen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der historischen Verbindungen zwischen Nordrhein-Westfalen und der Türkei.

Das jährliche Handelsvolumen des bevölkerungsreichsten Bundeslandes mit der Türkei liegt bei zehn bis zwölf Milliarden Euro. Das entspricht rund 20 Prozent des gesamten deutsch-türkischen Handelsvolumens. Nach Angaben der Landesregierung sind mehr als 1.300 türkische Unternehmen in Nordrhein-Westfalen aktiv. Die Wirtschaftskonferenz in Istanbul bot daher den Rahmen, um bestehende Kontakte zu vertiefen und neue Kooperationen auf den Weg zu bringen.

Neben den wirtschaftlichen Gesprächen war ein Stadtrundgang mit dem 91-jährigen Sabri Aydin geplant. Aydin kam 1961 als einer der ersten sogenannten Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland. Das damals abgeschlossene Abkommen zur Anwerbung türkischer Arbeitskräfte ist der Anlass für die gesamte Reise. Innerhalb von zwölf Jahren kamen fast 900.000 Türkinnen und Türken nach Deutschland, um etwa in Fabriken oder im Bergbau zu arbeiten. Viele von ihnen ließen sich dauerhaft nieder und prägten die Gesellschaft und Wirtschaft Nordrhein-Westfalens nachhaltig.

Wüst hatte seine Reise in Ankara begonnen. Dort traf er Präsident Recep Tayyip Erdogan sowie drei Minister, aber auch Vertreter der Opposition. Die Gespräche in der türkischen Hauptstadt bildeten den politischen Auftakt, bevor in Istanbul die wirtschaftlichen Themen in den Vordergrund rückten. Mit der Teilnahme an der Wirtschaftskonferenz setzte der Ministerpräsident am letzten Reisetag einen neuen Schwerpunkt.

Die Reise unterstreicht die Bedeutung der türkischen Gemeinschaft in Nordrhein-Westfalen und die engen wirtschaftlichen Verflechtungen. Das Land zählt zu den wichtigsten Handelspartnern der Türkei innerhalb Deutschlands. Die geplanten Unternehmensvereinbarungen könnten die Zusammenarbeit in Bereichen wie Industrie, Handel und Dienstleistungen weiter stärken. Für die Landesregierung ist die Reise auch ein Signal, dass die historisch gewachsenen Beziehungen über die Arbeitsmigration hinaus eine tragfähige Basis für die Zukunft bieten.

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Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.