US-Dieselpreis erreicht erstmals sechs Dollar pro Gallone
Der Dieselpreis in den USA hat mit sechs Dollar pro Gallone einen historischen Höchststand erreicht. Als Ursache gilt der Iran-Krieg und die dadurch ausgelösten Störungen auf den globalen Energiemärkten.
Der Preis für Dieselkraftstoff in den Vereinigten Staaten hat erstmals die Marke von sechs Dollar pro Gallone überschritten. Das berichtet der Deutschlandfunk unter Berufung auf aktuelle Marktdaten. Ein solcher Wert war in der Geschichte der USA bislang noch nie erreicht worden. Der Rekord markiert einen neuen Höhepunkt in der seit Monaten angespannten Lage auf den internationalen Energiemärkten.
Als wesentliche Ursache für den Preisanstieg gilt der Iran-Krieg. Der militärische Konflikt in der Region hat die Ölversorgung empfindlich gestört und die Unsicherheit an den Rohstoffmärkten verstärkt. Besonders betroffen ist der Dieselmarkt, der auf globale Lieferketten angewiesen ist. Die Vereinigten Staaten sind zwar selbst ein großer Produzent von Erdöl, doch die Raffineriekapazitäten für Diesel sind begrenzt, sodass das Land auf Importe angewiesen bleibt. Steigende Frachtkosten und Versicherungsprämien für Tanker in der Golfregion verschärfen die Lage zusätzlich.
Die Entwicklung trifft die US-Wirtschaft zu einem sensiblen Zeitpunkt. Diesel ist der zentrale Treibstoff für den Güterverkehr, die Landwirtschaft, den Bergbau und weite Teile der Industrie. Steigt der Dieselpreis, verteuern sich Transport- und Produktionskosten, was sich mittelfristig auch auf die Verbraucherpreise niederschlagen dürfte. Besonders betroffen sind Speditionen, Landwirte und kleine Unternehmen, die bereits unter gestiegenen Energiekosten leiden. In ländlichen Regionen, in denen weite Strecken mit dem Lkw zurückgelegt werden müssen, wirkt sich der Preisanstieg unmittelbar auf die Lebenshaltungskosten aus.
Die politische Debatte in Washington dürfte sich weiter zuspitzen. Bereits in den vergangenen Wochen hatten steigende Kraftstoffpreise für Diskussionen gesorgt. Der Iran-Krieg und seine Folgen für die Energieversorgung sind zu einem zentralen Thema im Vorfeld der Midterm-Wahlen geworden. Präsident Trump hatte sich zuletzt mehrfach zu den wirtschaftlichen Folgen des Konflikts geäußert und die Bedeutung der amerikanischen Energieunabhängigkeit betont. Kritiker werfen der Regierung vor, keine ausreichenden Maßnahmen zur Entlastung der Verbraucher ergriffen zu haben.
Ob sich der Preis auf dem Niveau von sechs Dollar halten wird, ist derzeit unklar. Fachleute verweisen auf die hohe Volatilität an den Rohstoffmärkten. Sollte sich die Lage im Iran-Krieg weiter zuspitzen oder die Förderung in anderen Regionen ausfallen, sind weitere Preissteigerungen nicht ausgeschlossen. Umgekehrt könnte eine Entspannung an den Ölmärkten den Dieselpreis wieder sinken lassen. Für die kommenden Wochen rechnen Beobachter jedoch mit anhaltend hohen Preisen.
Die USA sind nicht das einzige Land, das unter den gestiegenen Dieselpreisen leidet. Auch in Europa und Asien sind die Kraftstoffkosten zuletzt deutlich gestiegen. In Deutschland etwa haben sich die Preise für Diesel und Benzin ebenfalls erhöht, wenn auch auf einem niedrigeren Niveau als in den Vereinigten Staaten. Die globale Energiekrise, ausgelöst durch geopolitische Spannungen, bleibt damit ein bestimmendes Thema der Weltwirtschaft.
