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Wirtschaft

Rohölpreis steigt nach neuen Angriffen in der Straße von Hormus über 100 Dollar

Neue gegenseitige Angriffe der USA und des Iran in der Straße von Hormus haben den Rohölpreis der Sorte Brent wieder über die Marke von 100 US-Dollar je Barrel getrieben. Die wichtige Öl-Transportroute bleibt umkämpft, was weit über die Region hinaus Folgen für die Weltwirtschaft hat.

Rohölpreis steigt nach neuen Angriffen in der Straße von Hormus über 100 Dollar
Energie: Angriffe im Nahen Osten treiben Rohölpreis über 100 Dollar

Der Preis für Rohöl der Referenzsorte Brent ist am Mittwoch wieder über 100 US-Dollar je Barrel (159 Liter) gestiegen. Auslöser sind erneute gegenseitige Angriffe der USA und des Iran rund um die Straße von Hormus, die als zentrale Öl-Transportroute weiterhin umkämpft bleibt. Die Eskalation hat Folgen weit über die Region hinaus, da ein hoher Ölpreis tendenziell das Tanken und Heizen mit Öl und Gas verteuert und als wichtiger Kostenfaktor die gesamte Preisentwicklung in der Wirtschaft beeinflusst.

Der Konflikt zwischen Washington und Teheran war in der Nacht erneut eskaliert. Das US-Militär zerstörte nach eigenen Angaben als Vergeltung für Angriffe auf ein US-Kriegsschiff fünf iranische Rohöltanker und versenkte einen davon. Die iranischen Revolutionsgarden reagierten nach eigenen Angaben umgehend mit „schweren Raketenangriffen“ auf das mit den USA verbündete Königreich Jordanien. Laut der staatlichen jordanischen Nachrichtenagentur Petra fing die Armee 20 ballistische Raketen ab. Zudem griffen die Revolutionsgarden nach eigenen Angaben erneut mehrere Schiffe in der Region der Straße von Hormus an.

Die Straße von Hormus zwischen Iran und Oman gilt als Lebensader der Weltwirtschaft. Sie ist die einzige Verbindung des Persischen Golfs mit den Weltmeeren. An der engsten Stelle ist die Schifffahrtsstraße rund 50 Kilometer breit, die schiffbaren Passagen in beide Richtungen messen rund drei Kilometer. Am Golf liegen bedeutende Ölförderländer, neben dem Iran auch Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emirate. Vor dem Krieg war die Seestraße für den Schiffsverkehr offen, täglich passierte ein Fünftel der weltweiten Öltransporte die Meerenge.

Im Verlauf des jüngsten Iran-Kriegs hat sich die Straße von Hormus zum zentralen Streitpunkt zwischen Washington und Teheran entwickelt. Der Iran blockiert mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Verkehr durch die für den Transport von Öl, Flüssigerdgas und Dünger bedeutende Meerenge noch immer weitestgehend. Die jüngsten Angriffe markieren eine weitere Zuspitzung dieses Konflikts, der die globalen Energiemärkte in Atem hält.

Zuletzt war der Brent-Preis Mitte Juli kurzzeitig über 100 Dollar gestiegen. Noch liegt er aber ein gutes Stück unter dem Jahreshoch von rund 126 Dollar, das Ende April erreicht wurde. Damals hatte der Beginn des Iran-Krieges durch die USA und Israel den Preis stark nach oben getrieben. Die aktuellen Kampfhandlungen deuten darauf hin, dass die Unsicherheit über die Sicherheit der Öltransporte durch die Region anhält und der Preis auf absehbare Zeit volatil bleiben dürfte.

Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.