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Leag bewirbt sich mit mehreren Standorten für neue Kraftwerke

Der Energiekonzern Leag will bei der ersten Ausschreibung des neuen Kraftwerksgesetzes für jeden seiner Braunkohle-Standorte eine Anschlusslösung finden. Beworben hat sich das Unternehmen mit Projekten in der Lausitz sowie in Mittel- und Süddeutschland.

Leag bewirbt sich mit mehreren Standorten für neue Kraftwerke
Ausschreibung neuer Kraftwerke: Energiekonzern Leag sucht für jeden Standort neue Chancen

Der Energiekonzern Leag will die erste Ausschreibung des neuen Kraftwerksgesetzes nutzen, um für jeden seiner Braunkohle-Standorte eine Zukunftslösung zu erreichen. Das Unternehmen hat sich nach eigenen Angaben mit mehreren Projekten in der Lausitz sowie in Mittel- und Süddeutschland beworben. Die erste Gebotsrunde wurde abgeschlossen, die Bundesnetzagentur prüft nun die eingegangenen Angebote.

Leag-Vorstandschef Adi Roesch begründete die Teilnahme mit der Notwendigkeit neuer Kraftwerke als technologischem Back-up. Diese seien erforderlich, um eine Kombination aus erneuerbaren Energien und Batteriespeichern intelligent zu ergänzen. Die Leag plant den Bau neuer Gaskraftwerke, die später auf Wasserstoffkraftwerke umgerüstet werden können. Damit soll nach dem Kohleausstieg eine Perspektive für die betroffenen Standorte geschaffen werden.

Das Unternehmen betreibt vier Braunkohlekraftwerke in Brandenburg und Sachsen sowie weitere Anlagen, darunter das Gaskraftwerk Leipheim bei Ulm in Baden-Württemberg. Roesch sagte, mit den Plänen würden die Chancen des Kraftwerksgesetzes umfassend genutzt, um für jeden Kraftwerksstandort nach Anschlusslösungen zu suchen. Betroffen sind die Standorte Jänschwalde und Schwarze Pumpe in Brandenburg sowie Boxberg und Lippendorf in Sachsen.

Das Gesetz zur Stromversorgungssicherheit sieht in diesem Jahr zwei Ausschreibungen vor. Die neuen Anlagen sollen über einen längeren Zeitraum gesichert Strom bereitstellen. Laut Bundesnetzagentur geht es darum, längere Phasen ohne Erzeugung aus erneuerbaren Energien oder ohne Stromimporte abzusichern. Die erste Ausschreibungsrunde war nach Angaben der Behörde deutlich überzeichnet, was auf ein großes Interesse der Energiewirtschaft an dem Programm hindeutet.

Der Entwurf des Gesetzes hatte zuvor für Kritik gesorgt, weil zwei Drittel der neuen Gaskraftwerkskapazitäten im Süden Deutschlands entstehen sollten. Dafür war ein sogenannter Südbonus vorgesehen. Anbieter wie die Leag, aber auch Politiker aus dem Norden und Osten forderten Änderungen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) reagierte darauf und passte die Pläne an, der Südbonus soll nun nicht sofort greifen.

Die zeitlichen Perspektiven der einzelnen Standorte sind durch den Kohleausstieg vorgegeben. Das Kraftwerk Jänschwalde wird Ende 2028 komplett stillgelegt. Zum Jahresende 2029 folgen laut Leag die beiden 500-Megawatt-Blöcke in Boxberg. Das Kraftwerk Lippendorf ist für 2035 zur Stilllegung vorgesehen, Schwarze Pumpe und die verbliebenen Boxberger Blöcke sollen Ende 2038 vom Netz gehen.

Florian Lorenz

Autor

Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.