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Bundesumweltminister Schneider kritisiert Audi für geplantes US-Werk

Umweltminister Carsten Schneider wirft Audi vor, mit dem geplanten Werk in den USA auf fossile Energien zu setzen. Der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner mit Donald Trump sorgt zudem für Kritik.

Bundesumweltminister Schneider kritisiert Audi für geplantes US-Werk
Auftritt mit Donald Trump: Umweltminister kritisiert: Audi wettet „auf ein totes Pferd“

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat die Pläne des Autoherstellers Audi für ein neues Werk in den USA scharf kritisiert. «Während sich weite Teile der Welt aufmachen hin zur technisch überlegenen Elektromobilität, wettet Audi auf fossile Energien und damit auf ein totes Pferd», sagte Schneider dem «Kölner Stadt-Anzeiger». Zweifel an der Zukunftsfähigkeit der Entscheidung seien angebracht, so der Minister.

Auslöser der Debatte ist ein Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner auf einer Wahlkampfbühne zusammen mit Donald Trump am vergangenen Wochenende. Dort kündigte Döllner den Bau eines eigenen US-Werks im Bundesstaat Georgia an, in dem rund 4500 Arbeitsplätze entstehen sollen. Geplant sind dort SUVs, darunter der neue, besonders große und auf den US-Markt zugeschnittene Q9. Schneider bezeichnete zusätzlich die Umstände der Verkündung als «mehr als unappetitlich».

Der Auftritt steht seit Tagen in der Kritik. Nach Angaben des Kölner Stadt-Anzeigers wurde sogar ein Rücktritt Döllners gefordert. Audi hat interne Richtlinien, die Wahlkampfauftritte kurz vor Wahlen untersagen. In den USA stehen am 3. November die Zwischenwahlen an. Der Zeitpunkt der Ankündigung fiel damit in eine politisch heikle Phase, in der der Konzern sich nicht auf Wahlkampfbühnen hätte bewegen sollen.

Auch in der Bevölkerung findet der Auftritt wenig Zustimmung. In einer repräsentativen Umfrage des Instituts YouGov sagten 39 Prozent der Befragten, sie finden es «überhaupt nicht angemessen», dass Döllner dort den Bau eines Werks in den USA angekündigt hat. Weitere 18 Prozent halten es für «eher nicht angemessen». Dem stehen 7 Prozent gegenüber, die den Auftritt «voll und ganz angemessen» finden, sowie 11 Prozent, die ihn für «eher angemessen» halten. Die Ablehnung überwiegt damit deutlich.

Wirtschaftlich steht Audi unter erheblichem Druck. Absatz und Erträge sind seit Jahren im Sinkflug, das Unternehmen hat bereits Stellen abgebaut, weiterer Stellenabbau steht im Raum. Anders als die Konkurrenten BMW und Mercedes verfügt Audi bislang über kein eigenes Werk in den USA. Die Zölle der Regierung Trump treffen die Ingolstädter daher besonders hart. Im dritten Quartal sackten die Verkaufszahlen nicht nur in China ab, wie bei allen deutschen Herstellern, sondern auch in den USA. Wie sich das auf Gewinn und Umsatz auswirkte, ist noch nicht bekannt. Audi will die Zahlen erst am Freitag veröffentlichen.

Schneiders Kritik fällt damit in eine Phase, in der der Konzern wirtschaftlich unter Druck steht und zugleich politisch angreifbar wird. Ob das geplante Werk in Georgia die Absatzprobleme in den USA lösen kann, lässt sich auf Grundlage der bisher vorliegenden Informationen nicht beurteilen. Die Quartalszahlen am Freitag dürften erste Anhaltspunkte liefern.

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Henrik Falkenberg

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Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.