Pistorius nimmt ersten F-35-Kampfjet für die Bundeswehr in Texas entgegen
Verteidigungsminister Boris Pistorius hat bei Lockheed Martin in Fort Worth den ersten F-35-Tarnkappenjäger für die Luftwaffe übernommen. Die ersten acht Maschinen bleiben zunächst in den USA zur Ausbildung, ab 2027 sollen sie in Büchel stationiert werden. Die USA prüfen unterdessen einen Truppenabzug aus Europa.
Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat im US-Bundesstaat Texas den ersten Kampfjet vom Typ F-35 für die deutsche Luftwaffe in Empfang genommen. Die Übergabe fand am Firmensitz des Herstellers Lockheed Martin in Fort Worth statt. Der Rüstungskonzern bezeichnete den Schritt als «Meilenstein für Deutschland» und für die Nato insgesamt. Pistorius sprach von einer «neuen Ära für die Luftwaffe».
Der F-35A sei «das weltweit modernste Kampfflugzeug», sagte der Minister. Die Maschine zeichne sich durch ihre Tarnkappenfähigkeiten und eine besonders leistungsfähige Sensortechnologie aus. Wegen ihrer speziellen Form und Außenbeschichtung ist sie für gegnerisches Radar nur schwer zu entdecken. Nach Angaben von Lockheed Martin sind derzeit weltweit mehr als 1.350 dieser Kampfflugzeuge im Einsatz. Die US-Regierung hat die Jets nach eigenen Angaben im Iran-Krieg eingesetzt, der Ende Februar begann.
Die ersten acht F-35 für die deutsche Luftwaffe bleiben zunächst in den Vereinigten Staaten. Dort werden deutsche Piloten und Techniker an den Maschinen ausgebildet. Ab 2027 sollen die ersten Jets auf dem Fliegerhorst Büchel in der Eifel in Rheinland-Pfalz stationiert werden. Deutschland hatte die Flugzeuge Ende 2022 bestellt, um die alternde Tornado-Flotte abzulösen.
Pistorius hatte Befürchtungen zurückgewiesen, der Kauf mache Deutschland abhängig von den USA. Es gehe um ein «Gleichgewicht», sagte er zum Auftakt seiner USA-Reise in Washington. «Wir brauchen einander in bestimmten Verteidigungsbereichen.»
Zum Auftakt der Reise hatte Pistorius bei Washington eine Rüstungsvereinbarung mit US-Verteidigungsminister Pete Hegseth unterzeichnet. Bei den Beratungen im Pentagon ging es auch um die US-Pläne für einen Truppenabzug in Europa. Der Sender NBC berichtete, Hegseth lasse den Abzug von 25.000 Soldatinnen und Soldaten prüfen. Ein anderes von insgesamt vier Szenarien sehe sogar 40.000 Kräfte weniger in Europa vor.
Dem Bericht zufolge will Hegseth US-Präsident Donald Trump bis zum 6. November eine Empfehlung vorlegen. Das Pentagon hatte bereits im Frühjahr den Abzug von 5.000 US-Soldatinnen und Soldaten aus Deutschland angekündigt. Zuletzt waren rund 36.000 US-Soldaten in der Bundesrepublik stationiert.
