AfD baut Umfragevorsprung in Sachsen-Anhalt auf 20 Punkte aus
Eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erreicht die AfD in einer neuen Umfrage 42 Prozent. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze kommt demnach nur noch auf 22 Prozent. Die AfD strebt eine Alleinregierung an.
Die AfD hat ihren Vorsprung auf die CDU in Sachsen-Anhalt eineinhalb Wochen vor der Landtagswahl weiter ausgebaut. In der am Mittwoch in Köln veröffentlichten Erhebung des Instituts Infratest dimap im Auftrag der ARD kommt die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextremistisch eingestufte Partei auf 42 Prozent. Das ist ein Prozentpunkt mehr als bei der vorangegangenen Befragung von Ende Juli. Die CDU von Ministerpräsident Sven Schulze verliert dagegen zwei Punkte und wird aktuell bei 22 Prozent gesehen. Damit beträgt der Abstand zwischen beiden Parteien 20 Prozentpunkte.
Hinter AfD und CDU liegt die Linke mit elf Prozent, die im Vergleich zur Juli-Befragung zwei Punkte verliert. Die SPD wird bei acht Prozent gesehen, ein Plus von einem Punkt. Die Grünen erreichen sechs Prozent und gewinnen ebenfalls einen Punkt hinzu. Das BSW mit vier Prozent und die FDP mit drei Prozent würden den Einzug in den Landtag weiterhin verpassen. Für die Befragung befragte Infratest dimap am Montag und Dienstag der laufenden Woche 1511 Wahlberechtigte in Sachsen-Anhalt.
Die AfD strebt nach der Wahl am kommenden Sonntag eine Alleinregierung in Sachsen-Anhalt an und will erstmals einen Ministerpräsidenten in einem Bundesland stellen. Ob dies gelingt, hängt auch davon ab, wie viele Parteien insgesamt ins Landesparlament einziehen. Auch wenn die AfD bei der Wahl nicht die absolute Stimmenmehrheit erreicht, wäre für sie eine Mehrheit der Sitze denkbar, sofern mehrere der kleineren Parteien an der Fünfprozenthürde scheitern. Koalitionen mit der AfD schließen die anderen Parteien aus.
Bei der Frage, welche Partei die nächste Landesregierung anführen sollte, herrscht laut Umfrage ein annäherndes Patt. 42 Prozent der Befragten sprechen sich für eine Regierung unter Führung der AfD aus, 41 Prozent für eine unter Führung der CDU. Eine von der CDU geführte Landesregierung, die aus Mehrheitsgründen von der Linken gestützt würde, fänden 32 Prozent sehr gut oder gut. 59 Prozent fänden eine solche Konstellation hingegen weniger gut oder schlecht.
Im direkten Vergleich der Spitzenkandidaten käme Ministerpräsident Schulze bei einer hypothetischen Direktwahl auf 41 Prozent, für AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund würden sich 39 Prozent entscheiden. Mit der politischen Arbeit von Schulze sind 30 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden. Über Siegmunds Arbeit äußern sich 37 Prozent zufrieden.
Bereits in der vergangenen Woche waren die beiden Spitzenkandidaten in der MDR-Wahlarena aufeinandergetroffen. Der Ton war teils rau. Siegmund bezeichnete Schulze als „Flachzange“, wollte das aber politisch verstanden wissen. Schulze warf seinem Konkurrenten falsche Versprechungen vor und verwies auf die Menschen in Siegmunds Umfeld, die „sehr gefährliche, sehr extreme Menschen“ seien. Auf die Frage, ob Siegmund ein Rechtsextremist sei, legte sich Schulze nicht fest.
