Im Konflikt zwischen den USA und dem Iran zeichnet sich einem Medienbericht zufolge eine Übergangslösung zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus ab. US-Präsident Donald Trump stellte in Aussicht, dass die für den internationalen Öl- und Gashandel zentrale Meerenge bereits am Mittwoch oder Donnerstag wieder geöffnet werden könnte.
Das US-Portal «Axios» berichtete unter Berufung auf einen US-Regierungsbeamten und zwei Quellen aus der Golfregion, die Seiten strebten bereits für diesen Mittwoch eine Einigung an. Trump sprach vor Reportern von Fortschritten und sagte dem Sender Fox News, man führe «sehr gute» Gespräche. Die Übergangslösung erfülle demnach einige Forderungen des Iran und räume ihm mehr Kontrolle über die strategisch wichtige Meerenge ein, als er vor dem Krieg gehabt habe. Vom Weißen Haus oder anderen US-Behörden gab es zunächst keine offizielle Stellungnahme.
Auch US-Finanzminister Scott Bessent zeigte sich zuversichtlich. «Wir befinden uns in Gesprächen mit den Iranern, und ich denke, es besteht die Chance, dass wir heute oder morgen eine Einigung erzielen, um die Meerenge zu öffnen», sagte er dem Sender CNBC. Auf die Frage, ob der Iran in der Straße von Hormus künftig Gebühren erheben könnte, erklärte Bessent, er gehe von einer freien Durchfahrt aus.
Die Vermittlungsbemühungen laufen unterdessen weiter. Katar, das zusammen mit Pakistan zwischen Teheran und Washington vermittelt, dämpfte jedoch allzu große Erwartungen. Es gebe zum derzeitigen Zeitpunkt noch keine Einigung, sagte der Sprecher des katarischen Außenministeriums, Madschid al-Ansari, in Doha. Die diplomatischen Bemühungen seien allerdings «bereits weit fortgeschritten»; es würden ständig Entwürfe ausgetauscht. Auch zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus sei noch keine Einigung erzielt worden – «das könnte sich in den nächsten Stunden oder Tagen ändern». Der Schwerpunkt liege darauf, eine Eskalation zu verhindern und die Meerenge wieder zu öffnen.
Der Schiffsverkehr in den Meerengen der Region war zuletzt deutlich eingebrochen. Nach Daten des Anbieters Kpler passierten am Montag nur neun Schiffe die Straße von Hormus; in der Vorwoche waren es im Schnitt etwa 16 pro Tag. Eine Einigung zwischen den USA und dem Iran könnte die Schifffahrt schnell wiederbeleben, sagte der Kpler-Risikoanalyst Dimitris Ampatzidis – eine nachhaltige Besserung könne aber dauern. Auch der Seeweg Bab al-Mandab am Ausgang des Roten Meeres bleibt beeinträchtigt: Dort bestätigte Kpler am Montag nur 25 Passagen, nach 42 am Freitag. Vor Beginn der jüngsten Kampfhandlungen im Februar waren es im Schnitt 40 bis 50 Schiffe pro Tag.
Der Konflikt hinterlässt unterdessen weiterhin Opfer. Im Roten Meer war am Dienstag ein unter indischer Flagge fahrendes Handelsschiff nach einem Angriff gesunken. Die Küstenwache habe alle Besatzungsmitglieder der «Faize Noore Oliya» gerettet – darunter 13 indische Staatsangehörige und einen Staatsbürger des Jemen, teilte ein Beamter aus der jemenitischen Stadt Mokka mit. Das Schiff sei südlich der von der pro-iranischen Huthi-Miliz kontrollierten Hafenstadt Hodeida angegriffen worden. Die international anerkannte Regierung des Jemen machte die Huthis für den Angriff verantwortlich.
Die von Teheran unterstützte Miliz hatte in der vergangenen Woche eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither nach eigenen Angaben saudische Öltanker und Ölanlagen attackiert. Saudi-Arabien griff seinerseits Ziele in von den Huthis kontrollierten Gebieten an. Indiens Schifffahrtsminister Sarbananda Sonowal erklärte auf der Plattform X, das Schiff sei «in der Nähe jemenitischer Gewässer von einem Geschoss getroffen worden»; Indien verurteile «diesen unprovozierten Angriff aufs Schärfste».
Unterdessen wies US-Verteidigungsminister Pete Hegseth einen Medienbericht zurück, wonach fast 80 Prozent der Abwehrraketen für ein wichtiges Raketenabwehrsystem des US-Militärs im Iran-Krieg aufgebraucht seien. Der Minister, den die US-Regierung als «Kriegsminister» bezeichnet, reagierte auf der Plattform X mit scharfen Worten auf einen entsprechenden Einspieler des Senders CNN: «Dieses Banner ist NICHT WAHR, @CNN. Schämt euch», schrieb er.



