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US-Militär stoppt 100 Schiffe bei Seeblockade gegen Iran

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben rund 100 Handelsschiffe im Zuge der Seeblockade iranischer Häfen gestoppt. Der Konflikt um die Straße von Hormus spitzt sich weiter zu, ein Angriff auf ein iranisches Containerschiff forderte ein Todesopfer.

US-Militär stoppt 100 Schiffe bei Seeblockade gegen Iran
Konflikt um Straße von Hormus - US-Militär stoppt nach eigenen Angaben 100 Schiffe bei Seeblockade gegen Iran

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben im Rahmen seiner Seeblockade iranischer Häfen in den vergangenen zwei Monaten rund 100 Handelsschiffe gestoppt. Die Maßnahme ist Teil der angespannten Auseinandersetzung um die Straße von Hormus, die sich zuletzt weiter zugespitzt hat.

Bei einem Angriff auf ein ziviles iranisches Containerschiff in der Meerenge ist nach Angaben aus Teheran ein Mann getötet worden. Vier weitere Besatzungsmitglieder seien am Sonntagmorgen verletzt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Der Angriff durch ein «unbekanntes Projektil» habe sich nahe der Insel Hengam ereignet. Bereits in der Nacht hatte die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO) über einen Angriff auf ein Schiff in der Meerenge berichtet. Zunächst blieb unklar, ob es sich um denselben Vorfall handelte.

Der Iran blockiert den Verkehr durch die Straße von Hormus weiterhin weitgehend mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe. Die Meerenge ist eine wichtige Passage für Öl-, Flüssiggas- und Düngerexporte aus den Staaten am Persischen Golf. Die Blockade hat Folgen für die gesamte Weltwirtschaft. Das US-Militär greift inzwischen auch zivile iranische Schiffe an. US-Präsident Donald Trump hatte als Vergeltung für iranische Raketenangriffe auf Handelsschiffe die neue «Tanker für Tanker»-Doktrin angeordnet.

Wegen der Blockade und steigender Preise in den USA steht Trump vor den wichtigen Parlamentswahlen im November auch innenpolitisch stark unter Druck. Die Straße von Hormus ist inzwischen der zentrale Streitpunkt im Iran-Krieg. Zuvor war die Meerenge für den Schiffsverkehr offen.

Die Lage in der Region bleibt angespannt. Die pro-iranischen Huthis im Jemen haben nach ihrem Vormarsch im Bürgerkriegsland ihre Angriffe auf Saudi-Arabien verstärkt. Die mit dem Iran verbündete Miliz griff nach eigenen Angaben einen Armeestützpunkt im Süden Saudi-Arabiens mit Drohnen und Raketen an. Die jemenitischen Regierungstruppen meldeten derweil Angriffe auf Huthi-Stellungen im Südwesten des Jemen. Rund 1400 Menschen flohen vor den Kämpfen ins benachbarte Dschibuti.

Die Huthi-Miliz hatte in den vergangenen Tagen einen groß angelegten Vorstoß unternommen und bei Kämpfen gegen Jemens Regierungstruppen die gesamte jemenitische Küste am Roten Meer erobert. Nach Angaben der jemenitischen Regierung kontrolliert die Miliz nun die für den Welthandel wichtige Meerenge Bab al-Mandab, die den Golf von Aden mit dem Roten Meer verbindet. Die Huthis hatten Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und seither saudiarabische Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich angegriffen. Saudi-Arabien unterstützt Jemens Regierung in ihrem Kampf gegen die Huthis und reagierte mit Luftangriffen.

US-Präsident Trump hatte zuvor gesagt, die Huthis hätten die USA gebeten, sich aus ihren Kämpfen gegen die Regierungstruppen im Jemen herauszuhalten. «Die Huthis haben uns angerufen, und sie wollen nicht gegen uns kämpfen», sagte Trump bei einem Besuch in Irland. Er habe zudem mit dem saudiarabischen Kronprinzen Mohammed bin Salman gesprochen, den er als «Freund» bezeichnete. Berichten zufolge hatte bin Salman Trump angesichts des schnellen Vormarschs der Huthis um militärische Unterstützung gebeten. Die USA hätten die Bitte jedoch abgelehnt, hieß es. Die US-Regierung werde Saudi-Arabien weiterhin nachrichtendienstliche Informationen liefern, ein direktes militärisches Eingreifen werde derzeit jedoch nicht in Betracht gezogen.

Henrik Falkenberg

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Redakteur vom Dienst

Henrik Falkenberg berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.