Die ARD wiederholt am Montag, 6. Juli, um 20.15 Uhr den achten Landkrimi aus der Steiermark mit dem Titel «Steirergeld». Der Film aus dem Jahr 2022 entführt die Zuschauer in das fiktive Örtchen Murbruck, wo der Privatbankier Rudi Stiegler (Gottfried Breitfuß) ein Schneeballsystem betrieben hat. Als dieses zusammenbricht, wird Stiegler noch am Abend der Offenlegung in seinem Haus überfallen und stirbt. Die Grazer LKA-Beamten Bergmann (Hary Prinz) und Sulmtaler (Anna Unterberger) ermitteln in einem Fall, bei dem praktisch jeder Einwohner des Ortes als Täter in Frage kommt.

Der Bankier Stiegler war in Murbruck allgegenwärtig. Er bot nicht nur gute Zinsen für Geldanlagen, sondern kümmerte sich auch um Kinderspielplätze, Parkanlagen und vor allem um den örtlichen Eishockeyclub, den er mit Millionenbeträgen sponserte. Nach dem Zusammenbruch seines Systems stehen viele Dorfbewohner vor dem finanziellen Ruin. Handwerker wie der Installateur Möttl (Reinhard Nowak) müssen Mitarbeiter entlassen, die dem Unternehmen jahrzehntelang die Treue gehalten hatten. Auch die Bürgermeisterin, die zugleich Wirtin des Ortes ist, sieht sich mit dem Verlust von Fördermitteln konfrontiert. Die geplante Kunst am Bau fällt aus, und die gesamte Großbaustelle des Ortes wird gestoppt.

Die Ermittler Bergmann und Sulmtaler haben es mit einer Vielzahl von Verdächtigen zu tun. Neben den Vorstandsvorsitzenden des Eishockeyvereins, die von Stieglers Großzügigkeit profitierten, geraten auch Handwerker und sogar die Bürgermeisterin ins Visier der Polizei. Der Film zeichnet ein düsteres Bild der Folgen eines betrügerischen Bankpleite, bei dem die Grenze zwischen Opfern und Tätern verschwimmt. Hary Prinz betonte anlässlich einer Vorpremiere am Drehort Hartberg in der Steiermark, dass es sich um einen schmalen Grat zwischen Opfern und Tätern handle. «Es sind alle Menschen, und ihnen ist nichts Menschliches fremd», erklärte der Schauspieler.

Die Handlung wird durch kurze Flashbacks auf das Vorleben des scheinbar großzügigen Rudi Stiegler ergänzt. Der Bankier, der offenbar bei der Münchner Erfinderin des Schneeballsystems, Adele Spitzeder, in die Lehre ging, sinniert einmal kühn über die Natur des Geldes. «Was ist Geld? Real sind es ein paar Münzen in der Hand, für die man sich eine Leberkässemmel kaufen kann», sagt er. Alles andere sei nur Papier, und wahrscheinlich könne auch die Weltbank einmal pleitegehen, «aber die prüft keiner». Diese philosophischen Einlagen verleihen dem Film eine zusätzliche Tiefe.

Die ironische Dynamik zwischen den beiden Hauptdarstellern Hary Prinz und Anna Unterberger funktioniert auch im achten Landkrimi wieder hervorragend. Sulmtaler wird von Bergmann als erotischer Maulwurf gegen einen nachlässigen Buchprüfer eingesetzt, was bei Bergmann zu Eifersuchtsanfällen führt. Die tragikomische Note wird durch Bergmanns Flirt mit seiner Exfrau und jetzigen Chefin Nicole (Bettina Mittendorfer) verstärkt, der jedoch die Handlung etwas in die Länge zieht. Trotz dieser Längen gelingt es dem Film, die Zuschauer mit seinem österreichischen Realismus zu fesseln.

Bisher liefen 13 steirische Landkrimis in der ARD, der letzte im Februar 2026. In Österreich war Ende 2025 bereits die 14. Folge «Steirerstich» zu sehen, ein deutscher Ausstrahlungstermin steht noch nicht fest. Zwei weitere Filme unter den Arbeitstiteln «Steirerhass» und «Steirerbiest» sind bereits abgedreht. Direkt im Anschluss an «Steirergeld» wiederholt das Erste um 21.45 Uhr den zweiten steirischen Landkrimi «Steirerkind» aus dem Jahr 2018, in dem Bergmann gemeinsam mit Sandra Mohr (Miriam Stein) den Mord an einem Ski-Nationaltrainer aufklärt. Am Freitag, 10. Juli, um 20.15 Uhr folgt die Wiederholung des fünften Films «Steirertod» aus dem Jahr 2021.

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Guldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.