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Selenskyj kündigt Treffen mit Trump Ende September in New York an

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will sich Ende September am Rande der UN-Generaldebatte in New York mit US-Präsident Donald Trump treffen. Im Mittelpunkt soll die Stärkung der ukrainischen Luftabwehr stehen. Kanada sagte Kiew unterdessen weitere Militärhilfe zu.

Selenskyj kündigt Treffen mit Trump Ende September in New York an
Liveblog Ukrainekrieg: Selenskyj: Treffen mit Trump Ende September in New York

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will sich Ende September in New York mit US-Präsident Donald Trump treffen. Das kündigte Selenskyj am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit dem kanadischen Premierminister Mark Carney in Calgary an. «Ende September werden wir, denke ich, die Gelegenheit haben, das amerikanische Team in New York zu treffen», sagte er. Zu diesem Zeitpunkt findet in New York die Generaldebatte der UN-Vollversammlung statt.

Selenskyj hatte bereits am Dienstag erklärt, er hoffe auf ein Treffen mit Trump noch in diesem Monat. Nach seinen Angaben soll es dabei um ein Paket zur Stärkung der ukrainischen Luftabwehr gehen. Die Ukraine ist auf Patriot-Raketen aus US-Produktion angewiesen, um sich gegen die massiven russischen Luftangriffe zu schützen. Kiew klagt über einen zunehmenden Mangel an Abfangraketen, seitdem die USA im Februar den Iran-Krieg begonnen und Raketenlieferungen in die Golfregion umgeleitet hatten.

Bei dem Auftritt in Calgary sagte der kanadische Premierminister Carney der Ukraine Unterstützung für ihre Luftabwehr zu. Kanada liefere Abfangraketen im Wert von 350 Millionen kanadischen Dollar, umgerechnet fast 218 Millionen Euro. Darüber hinaus kündigte Carney eine Vereinbarung zur gemeinsamen Drohnen-Produktion an. Zusätzlich sagte er Kreditgarantien in Höhe von 450 Millionen kanadischen Dollar zu, um die ukrainische Energieversorgung etwa durch Reparaturen zu stärken. Das Ziel sei, «den Ukrainern zu helfen, durch den Winter zu kommen», sagte Carney.

Die militärische Lage bleibt angespannt. Russland hatte seine Drohnen- und Raketenangriffe auf die Ukraine in den vergangenen Tagen wieder verstärkt. Zuvor hatte Moskau die Angriffe für drei Tage ausgesetzt, weil die US-Gesandten Jared Kushner und Steve Witkoff zu Besuch waren. Die beiden Sondergesandten von US-Präsident Trump waren am Wochenende nach Russland und erstmals auch in die Ukraine gereist, um beiden Seiten neue Vorschläge für eine Beendigung des Konflikts vorzulegen. Ein Durchbruch in den Friedensgesprächen zeichnet sich bislang jedoch nicht ab.

Die Ukraine hatte zuletzt eigenen Angaben zufolge den weitreichendsten Drohnenangriff gegen Russland seit Beginn des Krieges geführt. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben in der Regel nicht. Die jüngsten Entwicklungen zeigen, wie stark der Konflikt weiterhin auf militärische Mittel und internationale Unterstützung angewiesen ist. Das geplante Treffen in New York dürfte daher auch als Signal an die Verbündeten gelten, dass Kiew die Zusammenarbeit mit Washington fortsetzen will.

Für die Ukraine ist die Luftverteidigung derzeit eine der dringlichsten Baustellen. Ohne ausreichende Abfangraketen bleiben Städte und kritische Infrastruktur verwundbar. Die zugesagten kanadischen Lieferungen und die geplante Drohnen-Produktion sollen dazu beitragen, diese Lücke zumindest teilweise zu schließen. Ob das Treffen mit Trump Ende September tatsächlich zustande kommt, ist bislang nicht bestätigt. Selenskyj äußerte sich jedoch zuversichtlich, dass es in New York eine Gelegenheit zum Austausch mit der US-Seite geben werde.

Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.