EITB-Digitalchefin Oihane Mateos stirbt mit 45 Jahren
Die baskische Journalistin arbeitete zunächst in Radio und Fernsehen und leitete seit 2022 den digitalen Nachrichtenbereich sowie den Aufbau des Dienstes Orain.
Die baskische Journalistin Oihane Mateos ist am 8. August im Alter von 45 Jahren gestorben. Mateos leitete bei EITB den digitalen Nachrichtenbereich und war für den Dienst Orain verantwortlich. EITB bestätigte den Tod in einer eigenen Mitteilung; eine Todesursache wurde darin nicht genannt.
Mateos stammte aus Ibarra und verbrachte ihr Berufsleben eng verbunden mit EITB. Sie begann als Praktikantin bei Euskadi Irratia. Später arbeitete sie in mehreren Sendungen von Euskal Telebista, war Redakteurin und Moderatorin der Nachrichtensendungen „Gaur Egun“ und „Teleberri“ und leitete auf ETB2 die Sendung „De Boca en Boca“.
Damit kannte sie das klassische Rundfunkgeschäft aus verschiedenen Perspektiven, bevor sie eine Aufgabe übernahm, die für öffentlich-rechtliche und regionale Medien in ganz Europa zentral geworden ist. 2022 wurde Mateos zur Leiterin der digitalen Nachrichten ernannt. In dieser Funktion verantwortete sie die Informationsangebote von EITB im Web und in sozialen Netzwerken.
Nach Angaben von EITB investierte sie viel Arbeit in die Umgestaltung der Redaktion. Der digitale Nachrichtendienst Orain begann seinen Aufbau unter ihrer Leitung, und Mateos blieb bis zu ihrem Tod dafür verantwortlich.
Ein sichtbarer Schritt dieser Strategie war im Dezember 2023 der Start von WhatsApp Orain auf Baskisch. EITB beschrieb das Angebot als unmittelbar, selektiv und stark audiovisuell. Es sollte auf mobilen Geräten funktionieren und besonders Menschen unter 30 Jahren erreichen. Mateos präsentierte den Dienst damals gemeinsam mit weiteren Verantwortlichen aus dem Nachrichtenbereich.
Im Juni 2024 erhielt Orain Berriak einen Platinum Customer Experience Award als bestes IT-Projekt in der öffentlichen Verwaltung. Mateos nahm die Auszeichnung zusammen mit EITB-Systemdirektor Iñaki Regidor entgegen.
Ein Jahr später folgte mit der Orain-Plattform die nächste Ausbaustufe. Die Plattform bündelte Nachrichten auf Baskisch und Spanisch, Videos, Fotos, Livestreams, Benachrichtigungen und vertikale Kurzformate. Bei der Vorstellung erklärte EITB, seine digitale Community habe inzwischen mehr als vier Millionen Nutzer. Mateos war auch bei diesem Start als Leiterin der digitalen Nachrichten beteiligt.
Für ein deutsches Publikum ist ihre Laufbahn auch deshalb interessant, weil sie einen europäischen Medienwandel im Kleinen zeigt. Traditionelle Rundfunkhäuser müssen ihre journalistischen Standards bewahren und gleichzeitig dort präsent sein, wo jüngere Nutzer Nachrichten tatsächlich konsumieren: auf Smartphones, in sozialen Netzwerken und in Messengern.
Mateos durchlief diese Veränderung nicht von außen. Sie begann im Radio, wurde Fernsehjournalistin und wechselte später in eine Führungsrolle, in der sie die digitale Verbreitung des Nachrichtenangebots mitgestaltete.
EITB erinnerte in seinem Nachruf an ihren Einsatz für die Transformation der Redaktion und an ihre enge Verbindung zum Haus. Über die Umstände ihres Todes machte die Organisation keine weiteren Angaben.
Mit 45 Jahren endet damit eine noch aktive Karriere. Sichtbar bleibt vor allem Orain: ein digitales Angebot, das zeigt, wie EITB seine Nachrichten über klassische Sendungen hinaus in neue Formate und zu neuen Zielgruppen gebracht hat.