Die in der Nacht zum Mittwoch am Flughafen Leipzig/Halle entdeckte Drohne mit einer Sprengvorrichtung ist unschädlich gemacht worden. Der Flugbetrieb war zuvor nach der Sichtung eines unbekannten Flugobjekts kurz vor Mitternacht zwischenzeitlich vollständig eingestellt worden. An dem Fluggerät wurde wenig später ein Sprengsatz entdeckt. Bundesinnenminister Dobrindt und Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) informierten am Mittwoch in einer Pressekonferenz über die Lage.

Nach Angaben der Polizei Leipzig hatte ein Zeuge das unbekannte Flugobjekt kurz vor Mitternacht gemeldet. Daraufhin wurde der Flugbetrieb am Flughafen vollständig gestoppt. Bei der Absuche des Geländes entdeckten die Einsatzkräfte eine Drohne, an der eine Sprengvorrichtung befestigt war. Die an der Drohne angebrachte Bombe wurde den Angaben zufolge unschädlich gemacht. Einzelheiten zu Größe und Beschaffenheit des Sprengsatzes wurden zunächst nicht mitgeteilt.

Zusätzlich zu dem Drohnenfund kollidierte eine Frachtmaschine nach dem Start mit einem unbekannten Objekt. Ob es sich dabei um dieselbe Drohne handelte, blieb zunächst offen. Die Behörden behandelten den Vorfall als schwerwiegenden Sicherheitsvorfall und schalteten neben der Landespolizei auch Bundessicherheitsbehörden ein. Landes- und Bundeskräfte arbeiteten nach Angaben von Innenminister Schuster unter Hochdruck zusammen.

Sachsens Innenminister Schuster stufte die Entdeckung als «sehr ernsten Sicherheitsvorfall» ein. Er stehe in engem Kontakt mit Bundesinnenminister Dobrindt, sagte der CDU-Politiker. Dobrindt unterbrach seinen Urlaub, um sich persönlich über die Lage zu informieren und gemeinsam mit Schuster vor die Presse zu treten. Auf der Pressekonferenz am Mittwoch ging es um die Frage, wie die Drohne in den Luftraum des Flughafens gelangen konnte und welche Konsequenzen der Vorfall haben wird. Die Minister wollten zudem über die laufenden Ermittlungen der Sicherheitsbehörden unterrichten.

Der Leipziger Oberbürgermeister sprach angesichts des Vorfalls von einer «neuen Qualität» der Bedrohungslage in Deutschland. Die Kombination aus Drohne und Sprengstoff stelle die Sicherheitsbehörden vor neue Herausforderungen. Der Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle zeige, dass die Gefahr durch unbemannte Fluggeräte nicht mehr nur theoretisch sei. In der Pressekonferenz ging es zugleich um die Frage, welche Konsequenzen aus dem Vorfall zu ziehen sind.

Der Flughafen Leipzig/Halle zählt zu den wichtigen Luftfahrtstandorten in Ostdeutschland und wickelt neben Passagierflügen auch umfangreichen Frachtverkehr ab. Der Zwischenfall legte den Betrieb in der Nacht vorübergehend lahm; Starts und Landungen wurden ausgesetzt. Die genauen Umstände der Drohnen-Sichtung und der Kollision der Frachtmaschine blieben Gegenstand der laufenden Untersuchung. Weitere Angaben zu den betroffenen Flügen machten die Behörden zunächst nicht.

Die Ermittler prüfen nun, woher die Drohne gestartet wurde und wie sie gesteuert worden sein könnte. Ob es einen Zusammenhang zwischen dem unbekannten Flugobjekt über dem Flughafen und der entdeckten Drohne gibt, ist Teil der Untersuchungen. Nach Angaben von Innenminister Schuster wurde in dem Fall mit Hochdruck ermittelt. Weitere Ergebnisse wurden im Laufe des Tages erwartet.