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Scheidung von Charles und Diana: „Beide haben geweint“

Vor 30 Jahren wurde die Ehe von Prinz Charles und Prinzessin Diana offiziell beendet. Royal-Experten berichten nun, dass beide am Tag der Scheidung gemeinsam geweint haben sollen. Nach Jahren des Rosenkriegs folgte eine Phase der Versöhnung.

Scheidung von Charles und Diana: „Beide haben geweint“
Scheidung von Charles und Diana vor 30 Jahren: „Beide haben geweint“

Am 28. August 1996 wurde die Ehe von Prinz Charles und Prinzessin Diana offiziell geschieden. Was nach jahrelangem öffentlich ausgetragenem Rosenkrieg wie eine reine Formsache wirkte, soll bei beiden Beteiligten noch einmal große Emotionen ausgelöst haben. Royal-Expertin Ingrid Seward erklärte in der Dokumentation „The Royal Family at War“, dass Diana ihr einst davon erzählt habe: „Sie sagte, dass sie und Charles sich am Tag der Scheidung gemeinsam auf das Sofa gesetzt hätten und beide geweint hätten.“

Der Royal-Kommentator Richard Fitzwilliams fügte hinzu, dass dies für viele überraschend klingen möge, „aber es scheint, als hätten Charles und Diana, nachdem sie akzeptiert hatten, dass ihre Ehe vorbei war, beide ein ganz natürliches Gefühl der Traurigkeit verspürt“. Nach so vielen Jahren, in denen sie ihren Beziehungskonflikt öffentlich ausgetragen hatten, „herrschte auch große Erschöpfung auf beiden Seiten, was möglicherweise diesen emotionalen Moment ausgelöst hat“, so der Experte.

Laut Seward hätten sich die beiden nach der endgültigen Scheidung wieder besser verstanden. Fitzwilliams stimmte dem zu: „Sie hatten ihr eigenes Leben und mussten sich um ihre Kinder kümmern.“ Ihre Ehe sei von Anfang an „ein Desaster“ gewesen, „aber trotz der Bitterkeit zwischen ihnen waren sie beide durchweg sehr gute Eltern für Prinz William und Prinz Harry“.

Diana kam nur 368 Tage nach der Scheidung am 31. August 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben. Sie wurde nur 36 Jahre alt. Die Könighaus-Biografin Tina Brown, die Diana persönlich kannte, sagte dem „Time“-Magazin: „Am Ende von Dianas Leben verstanden sich sie und Charles so gut wie schon lange nicht mehr. Charles hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, bei ihr im Kensington-Palast vorbeizuschauen, und sie tranken Tee und führten eine Art wehmütigen Austausch. Sie lachten sogar gemeinsam.“

Brown zufolge hatte sich die Lage zwischen den Ex-Ehepartnern deutlich beruhigt. „Die Jungen waren älter“, erklärte sie. „Sie sprachen über ihre wohltätigen Projekte.“ In Bezug auf Camilla Parker Bowles, die heutige Königin, sagte Brown, dass Diana „Camilla akzeptiert hatte. Eine Sache, die sie endlich geschafft hatte, war, wirklich zu verstehen, dass Camilla die Liebe seines Lebens war und dass sie einfach nichts dagegen tun konnte.“

Doch laut der Biografin empfand Diana nicht nur platonische Liebe für Charles. Brown, die Diana für unglaublich einsam hielt, berichtete, Diana habe ihr gesagt, „sie würde sofort zu Charles zurückkehren, wenn er sie wollte“. Diana soll der Meinung gewesen sein, sie und Charles hätten ein großartiges Team abgegeben.

Dabei war Charles und Diana, die 1981 heirateten, nur kurzes Glück beschieden. Bereits nach fünf Jahren bekam die Ehe Risse. 1986 begann Diana eine Beziehung mit James Hewitt, dem ehemaligen Reitlehrer der Familie. Im selben Jahr nahm Charles seine Beziehung zu seiner Ex-Freundin Camilla wieder auf. Die Eheprobleme wurden 1992 mit der Veröffentlichung von Andrew Mortons Buch „Diana: Her True Story“ bekannt, das Dianas angebliches Unglück hinter den Palastmauern offenlegte und auf Aufnahmen von Diana selbst basierte.

1992 trennten sich Charles und Diana offiziell. Kurz darauf kam die außereheliche Beziehung des Thronfolgers mit Camilla auch durch geleakte Telefongespräche an die Öffentlichkeit. Die Tonbänder mit intimem Inhalt sorgten weltweit für Aufsehen und wurden als „Tampongate“-Skandal bekannt. 1994 gab Charles in einem Fernsehinterview Ehebruch zu. Ein Jahr später sagte Diana im BBC-Interview „Panorama“ den berühmten Satz: „Nun, wir waren in dieser Ehe zu dritt, also war es etwas eng.“ Einen Monat nach der Ausstrahlung riet Queen Elizabeth II. dem Paar per Brief zur Scheidung. Diana stimmte angeblich erst auf Druck der Queen zu. Als die Scheidung vollzogen war, sagte sie einer Freundin, dies sei „der traurigste Tag ihres Lebens“.

Greta Kaufmann

Autor

Gesellschaftsreporterin

Greta Kaufmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.