Ein 60-jähriger Autofahrer aus Bornhöved hat bei einer Polizeikontrolle in Norderstedt das Gaspedal durchgedrückt und eine Beamtin nur knapp verfehlt. Der Vorfall ereignete sich am Dienstagabend, als die Polizei den Mann auf einem Parkplatz an der Ulzburger Straße überprüfen wollte. Nach Angaben der Beamten gab der Fahrer plötzlich stark Gas, sodass die Beamtin zur Seite springen musste, um nicht von dem Fahrzeug erfasst zu werden. Die 28-jährige Polizistin blieb unverletzt, stand jedoch nach eigenen Angaben unter Schock.

Nach der gescheiterten Kontrolle lieferte sich der polizeibekannte Mann eine Verfolgungsjagd mit mehreren Streifenwagen. Die Flucht führte über mehrere Straßen in Norderstedt und Umgebung. Dabei missachtete der Fahrer mehrfach rote Ampeln und gefährdete andere Verkehrsteilnehmer. Die Polizei setzte mehrere Streifenwagen ein, um den Flüchtigen zu stoppen. Die Verfolgungsjagd endete schließlich, als der 60-Jährige in einer Sackgasse gestoppt werden konnte. Er wurde vorläufig festgenommen.

Der Mann ist der Polizei bereits bekannt. Nach Angaben der Beamten handelt es sich um einen polizeibekannten Verkehrsteilnehmer, der in der Vergangenheit mehrfach durch Verstöße aufgefallen war. Die genauen Hintergründe der Flucht sind noch unklar. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und versuchter Körperverletzung. Zudem wird geprüft, ob der Mann unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen stand. Ein entsprechender Test wurde durchgeführt, das Ergebnis steht jedoch noch aus.

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Risiken, denen Polizeibeamte bei Routinekontrollen ausgesetzt sind. In den vergangenen Jahren hat die Zahl der Angriffe auf Polizisten in Deutschland zugenommen. Laut der Gewerkschaft der Polizei (GdP) werden Beamte immer häufiger bei Kontrollen bedroht oder angegriffen. Die GdP fordert daher eine bessere Ausstattung und mehr Schutzmaßnahmen für die Einsatzkräfte. Der Fall in Norderstedt zeigt, wie schnell eine scheinbar alltägliche Kontrolle eskalieren kann.

Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen und sucht nach Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben. Insbesondere werden Personen gesucht, die die Verfolgungsjagd oder das Verhalten des Fahrers vor der Kontrolle gesehen haben. Hinweise können an die Polizeidienststelle in Norderstedt oder jede andere Polizeidienststelle gemeldet werden. Die Beamten hoffen, durch Zeugenaussagen weitere Details zum Tathergang zu erhalten.

Der 60-Jährige muss sich nun wegen mehrerer Straftaten verantworten. Neben der versuchten Körperverletzung und dem gefährlichen Eingriff in den Straßenverkehr wird auch geprüft, ob er eine rote Ampel überfahren hat und ob weitere Verkehrsdelikte hinzukommen. Die Staatsanwaltschaft wird über das weitere Vorgehen entscheiden. Der Mann befindet sich derzeit auf freiem Fuß, da kein Haftbefehl vorliegt. Die Ermittlungen dauern an.

Die Polizei betont, dass solche Vorfälle die Arbeit der Beamten erschweren und das Vertrauen in die Sicherheit im Straßenverkehr untergraben. Sie appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, bei Kontrollen kooperativ zu sein und keine riskanten Fluchtmanöver zu unternehmen. Die Beamten in Norderstedt haben ihre Präsenz in der Region verstärkt, um ähnliche Vorfälle zu verhindern. Der Fall zeigt, wie wichtig eine konsequente Verfolgung von Straftaten im Straßenverkehr ist.