Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat wegen der schweren Waldbrände im Süden des Landes eine Krisensitzung einberufen. Die Zusammenkunft des Krisenstabs fand am Vormittag in Paris statt. Nahe der Stadt Bordeaux kämpfen Einsatzkräfte der Feuerwehr weiter gegen die Flammen, die nur noch 15 Kilometer von der Großstadt entfernt sind. Nach Angaben der Behörden blieb die Lage in der Nacht insgesamt stabil, doch die Gefahr ist noch nicht gebannt.

Die Brände wüten seit Anfang der vergangenen Woche. Mehr als 250.000 Menschen mussten bereits ihr Zuhause verlassen, wie die Behörden mitteilten. Die Evakuierungen betrafen zahlreiche Gemeinden in der Region Nouvelle-Aquitaine. Eine nahende Hitzewelle könnte die Waldbrände im Südwesten Frankreichs weiter verschlimmern. Meteorologen erwarten einen deutlichen Temperaturanstieg, der die Trockenheit verstärken und die Löscharbeiten erschweren könnte.

Auch in Spanien hatten schwere Waldbrände gewütet. In Katalonien und in der Region um Valencia waren Tausende Menschen evakuiert worden. Mittlerweile konnten nach intensiven Löscheinsätzen viele von ihnen in ihre Häuser zurückkehren. Die Behörden warnen jedoch vor anhaltender Brandgefahr aufgrund der anhaltenden Trockenheit und Hitze. Die Feuerwehren bleiben in erhöhter Alarmbereitschaft, um schnell auf neue Ausbrüche reagieren zu können.

Die französische Regierung hat zusätzliche Löschflugzeuge und Hubschrauber in die betroffenen Gebiete entsandt. Auch Feuerwehreinheiten aus anderen Teilen des Landes unterstützen die Einsatzkräfte vor Ort. Macron hatte bereits in den vergangenen Tagen seine Solidarität mit den Betroffenen ausgedrückt und den unermüdlichen Einsatz der Feuerwehrleute gewürdigt. Die Krisensitzung diente der Koordinierung weiterer Maßnahmen und der Bewertung der aktuellen Lage.

Die Waldbrände in Südeuropa sind Ausdruck einer zunehmenden Trockenheit, die von Experten mit dem Klimawandel in Verbindung gebracht wird. Bereits im Vorjahr hatten verheerende Brände in Frankreich, Spanien und Portugal große Flächen zerstört. Die diesjährige Hitzewelle, die auch andere Länder Südeuropas betrifft, verschärft die Situation zusätzlich. Umweltorganisationen fordern verstärkte Anstrengungen zum Schutz der Wälder und zur Eindämmung der Erderwärmung. Auch die Politik steht unter Druck, wirksame Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen, um die Häufigkeit und Intensität solcher Extremwetterereignisse zu reduzieren.

Die unmittelbare Gefahr für die Stadt Bordeaux ist noch nicht gebannt. Die Feuerwehr konzentriert sich darauf, ein Übergreifen der Flammen auf Wohngebiete zu verhindern. In den evakuierten Gemeinden wurden Notunterkünfte eingerichtet, in denen die Menschen versorgt werden. Die Behörden bitten die Bevölkerung, die Anweisungen der Einsatzkräfte zu befolgen und sich von den Brandgebieten fernzuhalten. Die kommenden Tage werden entscheidend sein, um die Brände unter Kontrolle zu bringen.