Barbara Eden feiert 95. Geburtstag: Der Zauber der Jeannie bleibt
Barbara Eden, weltberühmt als „Bezaubernde Jeannie“, feiert am 23. August ihren 95. Geburtstag. Ihre Karriere umfasst mehr als die Paraderolle: Begegnungen mit Elvis Presley, Larry Hagman und John F. Kennedy sowie ein schwerer privater Schicksalsschlag.
Barbara Eden feiert am 23. August ihren 95. Geburtstag. Im Mittelpunkt steht dabei vermutlich wieder jene Rolle, die sie vor mehr als 60 Jahren weltberühmt machte: Jeannie, der blonde Flaschengeist mit dem rosa Kostüm, dem frechen Lächeln und dem berühmten Nasenzucken. Doch Edens Karriere ist weitaus umfangreicher als ihre Paraderolle. Sie erlebte eine Hollywood-Ära, in der große Studios die Karrieren ihrer Stars maßgeblich mitbestimmten, arbeitete mit Weltstars wie Elvis Presley und Larry Hagman und erlebte große Erfolge genauso wie private Tragödien.
1965 stand die Besetzung der TV-Komödie „Bezaubernde Jeannie“ an. Die Suchkriterien für den weiblichen, orientalisch anmutenden Flaschengeist schienen eindeutig: Gesucht wurde ein großer, brünetter Co-Star neben Larry Hagman. Barbara Eden ist blond, vergleichsweise klein und wunderte sich deshalb, als ihr das Drehbuch zur Serie zugeschickt wurde. „Wissen die eigentlich, wie ich aussehe?“, fragte sie damals. Die Produzenten wussten es offenbar und lagen mit Eden goldrichtig. Von 1965 bis 1970 spielte sie 139 Folgen lang die ebenso attraktive wie witzige Jeannie. Die Serie wurde zum internationalen Dauerbrenner und machte aus der Schauspielerin ein Fernsehgesicht, das bis heute über Generationen hinweg erkannt wird.
Noch heute erhält Eden Fanpost aus aller Welt: „Ich bekomme jede Menge Fanpost, darunter auch aus Moskau, aus Italien, Großbritannien und Polen. Ich bin total überrascht. Ich bin einfach nur überrascht — aus China, sehr viel aus China“, so Eden. Eine ihrer schönsten und prägendsten Hollywood-Geschichten spielte allerdings nicht am Set von „Jeannie“, sondern Jahre zuvor. 1957 hatte Eden einen Gastauftritt in der legendären Sitcom „I love Lucy“ rund um US-Superstar Lucille Ball. Eden stand damals noch am Anfang ihrer Karriere und spielte eine attraktive junge Frau im Mittelpunkt einer der Sitcom-Episoden. Sie erinnert sich daran, wie freundlich Ball sie behandelt und ihr sogar dabei geholfen habe, das Kostüm an ihre Rolle anzupassen. Im Anschluss wollte Ball sie sogar unter Vertrag nehmen und für eine Comedy-Klasse für Frauen gewinnen. Doch Eden schlug einen anderen Weg ein und unterschrieb bald darauf bei 20th Century Fox.
1957 war Eden mit zwei Kolleginnen auf Promotion-Tour für ihr Theaterstück „Wie angelt man sich einen Millionär?“, der Bühnen-Fassung des Monroe-Klassikers. Ausgerechnet auf dem New Yorker Flughafen Idlewild — dem späteren JFK-Airport — sprach sie ein Mann an und fragte, ob sie Senator John F. Kennedy treffen wolle. In ihrer Autobiografie „Jeannie Out of the Bottle“ enthüllte Eden 2011, sie habe damals gar nicht gewusst, wer Kennedy sei. Sie willigte ein und wurde in einen separaten Raum geführt. Dort eröffnete ihr Kennedys Pressesprecher Pierre Salinger: „Ich möchte, dass sie den künftigen Präsidenten der USA kennenlernen.“ Beide begrüßten sich förmlich und unterhielten sich eine Weile. Als sie ins Flugzeug stieg und in die Tasche ihres geliehenen Pelzmantels griff, fand sie dort einen Zettel mit Kennedys Telefonnummer. Dabei blieb es — angeblich.
Mit etwas Glück lebte Eden 1960 den Traum jeder jungen Frau der damaligen Zeit: Elvis Presley wurde im Western „Flammender Stern“ ihr Filmpartner. Nachdem sich Barbara Steele mit Regisseur Don Siegel überworfen hatte, zog Eden den Hauptgewinn, neben Elvis zu performen. Vor und abseits der Kamera harmonierten beide glänzend. Mit Larry Hagman, dem späteren „Dallas“-Bösewicht, traf sie in „Bezaubernde Jeannie“ ab 1965 auf den nächsten männlichen Superstar. Als Astronaut Major Tony Nelson und Flaschengeist Jeannie gaben sie eines der legendärsten Paare der Fernsehgeschichte ab. Anfang der 90er trafen sich beide in fünf Folgen des TV-Straßenfegers „Dallas“ wieder. 2006 standen sie für gemeinsame Aufführungen des Theaterstücks „Love Letters“ in New York und Florida wieder zusammen auf der Bühne. Eden schwärmt von der Zusammenarbeit mit Hagman: „Larry war ein echter Charakterkopf. Beim Schauspielern waren wir immer auf derselben Wellenlänge. Und er war sehr lustig und hat es immer geschafft, alle bei Laune zu halten.“
2006 lag der größte Schicksalsschlag ihres Lebens bereits fünf Jahre zurück. Ihr Sohn Matthew starb 2001 im Alter von 35 Jahren an einer Drogen-Überdosis. 2021 sprach Eden über ihre Verzweiflung, Wut und Schuldgefühle: „Es gibt nichts Schlimmeres, als sein eigenes Kind zu verlieren. Obwohl er schon 35 Jahre alt war, war er doch immer noch mein Baby.“ Eden engagiert sich seither in der Drogen-Prävention gemeinsam mit anderen betroffenen Eltern. Halt gibt ihr ihr dritter Ehemann, der Architekt Jon Eicholtz, mit dem sie seit 1991 verheiratet ist und in Beverly Hills lebt. Beide zelebrieren ihren Hochzeitstag jährlich wie ein frisch verliebtes Paar. Wenn Eden heute auf die Zeit zurückblickt, in der sie ihre größten Erfolge feierte, ist das auch ein Blick in ein völlig anderes Hollywood — eines, das sie mit ihrem besonderen Zauber bis heute prägt.
