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Rentenbezug in Deutschland steigt auf durchschnittlich 18,8 Jahre bei Männern und 22,1 Jahre bei Frauen

Die durchschnittliche Rentenbezugsdauer in Deutschland ist 2023 erneut leicht gestiegen. Männer beziehen ihre gesetzliche Rente im Schnitt 18,8 Jahre, Frauen 22,1 Jahre. Der Anstieg hängt vor allem mit der gestiegenen Lebenserwartung zusammen, während das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 Jahre angehoben wird.

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Die durchschnittliche Dauer des Rentenbezugs in Deutschland ist im Jahr 2023 erneut leicht gestiegen. Nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung erhielten Männer ihre gesetzliche Rente im Schnitt 18,8 Jahre, Frauen 22,1 Jahre. Damit beziehen Frauen im Durchschnitt deutlich länger Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung als Männer. Im Vergleich zum Jahr 2018 bedeutet dies einen moderaten Anstieg: Damals lag die Bezugsdauer bei Männern bei 18,1 Jahren und bei Frauen bei 21,8 Jahren.

Der langfristige Trend ist deutlich ausgeprägter. In den 1970er-Jahren betrug die Rentenbezugsdauer bei Männern in Westdeutschland nur gut zehn bis elf Jahre, bei Frauen rund 13 bis 14 Jahre. Seitdem ist die Zeit im Ruhestand um mehrere Jahre angewachsen, wobei der Anstieg bei Frauen stärker ausfiel als bei Männern. Dieser Zuwachs steht in direktem Zusammenhang mit der gestiegenen Lebenserwartung in Deutschland. Medizinischer Fortschritt und ein höherer Lebensstandard sorgen dafür, dass Menschen heute im Durchschnitt länger leben und somit auch länger Rente beziehen.

Das Rentensystem hat sich über die Jahrzehnte immer wieder verändert. Weil die Menschen länger leben, wird das Renteneintrittsalter schrittweise angehoben. Für viele Jahrgänge liegt es inzwischen bei 67 Jahren. Dadurch verkürzt sich die Phase des Rentenbezugs teilweise wieder oder verlängert sich zumindest weniger stark, als es allein durch die steigende Lebenserwartung zu erwarten wäre. In einigen Jahren könnte sogar ein Renteneintrittsalter von 70 Jahren bevorstehen, wie zuletzt diskutiert wurde.

Wer aktuell in Rente geht, profitiert von einer günstigen Konstellation: Die Lebenserwartung ist in den vergangenen Jahrzehnten stärker gestiegen als das Rentenalter bisher angehoben wurde. Dadurch können heutige Rentnerinnen und Rentner insgesamt mehr Jahre im Ruhestand verbringen als frühere Generationen – und womöglich auch mehr als zukünftige Jahrgänge. Für das Rentensystem bedeutet die längere Bezugsdauer jedoch eine wachsende Belastung. Die Politik hat für diesen Konflikt bislang keine zufriedenstellende Lösung gefunden, außer das Renteneintrittsalter weiter zu erhöhen oder die Bezüge zu senken. Für Menschen, die noch weit vom Seniorenalter entfernt sind, ist das eine trübe Zukunftsaussicht.

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Helena Beckmann

Autor

Kulturkorrespondentin

Helena Beckmann berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.