Die Mietpreise in deutschen Großstädten entwickeln sich zunehmend uneinheitlich. Während in Köln, Hamburg und Düsseldorf die Angebotsmieten im zweiten Quartal 2026 kräftig gestiegen sind, verzeichnet Berlin als einzige der großen Metropolen einen Rückgang. Das geht aus dem aktuellen Greix-Mietpreisindex des Kiel Instituts für Weltwirtschaft (IfW) hervor.
Im Jahresvergleich legten die Angebotsmieten in Köln um 6,0 Prozent zu – der stärkste Anstieg unter den untersuchten Städten. Hamburg folgte mit einem Plus von 5,1 Prozent, Düsseldorf mit 4,1 Prozent. Damit liegen diese drei Städte deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt von 3,0 Prozent. Berlin hingegen verzeichnete ein Minus von 0,8 Prozent. Zwischen Köln und Berlin klafft damit eine Differenz von fast sieben Prozentpunkten.
Insgesamt stiegen die Angebotsmieten in den 37 vom IfW untersuchten Städten und Regionen im zweiten Quartal 2026 um 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal und um 3,0 Prozent im Jahresvergleich. Da die allgemeine Inflation zuletzt ebenfalls anzog, bleibt real – also nach Abzug der Teuerung – im Jahresvergleich nur ein Plus von 0,3 Prozent übrig. Im Quartalsvergleich verzeichneten die Forscher sogar bereits das zweite reale Minus in Folge. Das bedeutet, dass die Mietsteigerungen vielerorts kaum noch die Kaufkraftverluste ausgleichen.
In München und Frankfurt stiegen die Mieten um 3,7 beziehungsweise 2,8 Prozent. Leipzig legte ebenfalls um 2,8 Prozent zu. In Stuttgart gingen die Mieten dagegen nur um 1,3 Prozent nach oben. Absolut betrachtet bleibt München mit Abstand der teuerste Mietmarkt: Die durchschnittliche Kaltmiete lag dort im zweiten Quartal bei 23,70 Euro pro Quadratmeter. Es folgen Frankfurt mit 17,80 Euro, Hamburg mit 16,50 Euro und Stuttgart mit 16,30 Euro. Köln kommt auf 16,00 Euro, Berlin auf 15,30 Euro, Düsseldorf auf 14,90 Euro. Am günstigsten von den acht großen Metropolen ist Leipzig mit 10,50 Euro pro Quadratmeter. Der gewichtete Durchschnitt aller 37 ausgewerteten Städte und Regionen liegt bei 14,30 Euro pro Quadratmeter.
Die IfW-Forscher weisen darauf hin, dass ein hohes Preisniveau und eine starke Preisdynamik nicht zwingend zusammenfallen müssen. Stuttgart etwa gehört trotz zuletzt kaum steigender Mieten weiterhin zu den teuersten Mietmärkten Deutschlands. Die unterschiedliche Entwicklung in den Städten spiegelt laut Experten unter anderem lokale Faktoren wie Neubautätigkeit, Zuzug, Leerstandsquoten und die wirtschaftliche Lage wider. In Berlin könnte der Rückgang unter anderem auf den Mietendeckel und die anschließende regulatorische Unsicherheit zurückzuführen sein, auch wenn der Deckel inzwischen gekippt wurde.
Für Mieter in den teuren Städten bleibt die Lage angespannt. In München müssen Haushalte für eine durchschnittliche Wohnung mit 70 Quadratmetern monatlich rund 1.659 Euro Kaltmiete einplanen. In Frankfurt sind es etwa 1.246 Euro, in Hamburg rund 1.155 Euro. In Leipzig dagegen liegt die monatliche Belastung bei nur etwa 735 Euro. Die Schere zwischen den teuersten und günstigsten Städten wird damit immer größer.
Die IfW-Daten zeigen auch, dass die Mietpreise in vielen kleineren und mittleren Städten sowie in ländlichen Regionen zuletzt ebenfalls angezogen haben, wenn auch auf niedrigerem Niveau. Dies könnte auf eine verstärkte Abwanderung aus den teuren Metropolen hindeuten. Insgesamt bleibt der deutsche Mietmarkt jedoch von einer hohen Nachfrage bei begrenztem Angebot geprägt, was die Preise langfristig unter Druck hält.



