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Frachtschiff nach fünf Tagen von Sandbank im Rhein befreit

Ein mit Mercedes-Sprintern beladenes Frachtschiff saß wegen des Niedrigwassers bei Düsseldorf auf einer Sandbank fest. Nach fünf Tagen konnte es die Fahrt nach Rotterdam fortsetzen. Zwischen Logistikfirma und Hafenverwaltung ist ein Streit über die Ursache entbrannt.

Frachtschiff nach fünf Tagen von Sandbank im Rhein befreit
Niedrigwasser: Nach Sandbank-Malheur: Frachtschiff schafft es auf den Rhein

Ein mit Kleintransportern beladenes Frachtschiff hat sich nach fünf Tagen aus einer Sandbank im Düsseldorfer Hafen befreien können und seine Fahrt auf dem Rhein fortgesetzt. Das 135 Meter lange Schiff sei inzwischen auf dem Strom und fahre bis nach Rotterdam, teilte der Logistikdienstleister Mosolf mit. An Bord befinden sich Mercedes-Sprinter aus dem Düsseldorfer Transporterwerk des Fahrzeugbauers.

Das Schiff war am Montag am Ende eines Hafenbeckens auf Grund gelaufen. Versuche, es mit einer Ankerwinde und durch Gewichtsverlagerungen freizubekommen, blieben zunächst ohne Erfolg. Schlepper durften nach Angaben des Unternehmens nicht eingesetzt werden. Erst einen Tag später gelang die Befreiung mit Hilfe eines anderen Frachtschiffs, das bei seiner eigenen Ausfahrt aus dem Hafen das festsitzende Schiff von der Sandbank drückte. Anschließend kehrte es in das Hafenbecken zurück, wo ein Teil der Ladung entladen wurde, um Gewicht zu reduzieren.

Nachdem die zuvor sehr niedrigen Pegelstände in den vergangenen Tagen zumindest etwas gestiegen waren, erhielt das Schiff die Erlaubnis zur Ausfahrt. Diese ist nun geglückt. Der Pegelstand in Düsseldorf lag am Montag bei minus neun Zentimetern und am Samstagmorgen bei minus einem Zentimeter. Eine deutliche Entspannung ist jedoch nicht in Sicht: Nach nur einem Tag Regen sagen die Meteorologen weitgehend trockene Tage voraus.

Um die Ursache des Vorfalls ist ein Streit entbrannt. Die Hafenverwaltung hatte nach dem Malheur angenommen, der Kapitän habe das Gewicht und damit den Tiefgang falsch eingeschätzt. Dem widersprach Mosolf. Das Unternehmen bemängelte, der Hafen sei nicht ausreichend ausgebaggert und das Wasser im Hafenbecken daher zu flach. Das Gewicht der Transporter sei ohnehin nicht das große Problem gewesen, sagte der für die Dispositionsleitung zuständige Mosolf-Manager Jürgen Richter. Die an Bord befindlichen 160 Transporter hätten nur 390 Tonnen gewogen, während die zulässige Nutzlast des Frachtschiffs bei 3500 Tonnen liege. Auf dem Schiff wäre Platz für 190 Sprinter gewesen, die Ladungsmenge sei also bereits reduziert gewesen. Nach der Befreiung von der Sandbank wurden weitere 50 Sprinter entladen.

Die anhaltende Trockenheit führt in den Flüssen zu sehr niedrigen Wasserständen und schränkt die Binnenschifffahrt stark ein. Im Fall des mit Kleintransportern beladenen Frachtschiffs wirkten sich die niedrigen Pegel besonders stark aus. Der Rhein ist eine der wichtigsten Wasserstraßen für den Güterverkehr in Deutschland und Europa. Fällt der Wasserstand zu niedrig aus, können Schiffe weniger Ladung transportieren oder müssen ihre Fahrten ganz unterbrechen. Die aktuelle Lage zeigt, wie empfindlich die Logistik auf veränderte Wetterbedingungen reagiert.

Für die beteiligten Unternehmen bedeutet der Vorfall zusätzlichen Aufwand und Verzögerungen. Die Sprinter aus dem Düsseldorfer Werk sollten ursprünglich über den Rhein weiter Richtung Rotterdam transportiert werden. Durch die fünftägige Blockade und das teilweise Entladen der Fracht entstanden zusätzliche Kosten und logistische Herausforderungen. Ob und in welchem Umfang Regressansprüche geltend gemacht werden, ist bislang nicht bekannt. Die Auseinandersetzung über die Verantwortung für das Auflaufen auf die Sandbank dürfte jedoch weitergehen.

Der Fall verweist auf ein grundsätzliches Problem: Bei extrem niedrigen Wasserständen stoßen die Kapazitäten der Binnenschifffahrt an ihre Grenzen. Häfen und Reedereien müssen ihre Routen und Ladungsmengen anpassen. Ob sich die Lage in den kommenden Wochen entspannt, hängt vom Wetter ab. Die Prognosen deuten derzeit nicht auf eine nachhaltige Besserung hin.

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Florian Lorenz

Autor

Sportredakteur

Florian Lorenz berichtet für Güldendorf über Politik, Gesellschaft, Wirtschaft, Kultur und aktuelle Ereignisse. Der Schwerpunkt liegt auf Prüfung, Kontext und verständlicher Einordnung.