Bundesbank-Chef Nagel hält Zinserhöhung der EZB im Dezember für wahrscheinlich
Bundesbank-Präsident Nagel erwartet, dass die Europäische Zentralbank im kommenden Monat die Leitzinsen anhebt, sofern sich der Inflationsausblick nicht deutlich verbessert.
Die Europäische Zentralbank (EZB) steuert nach Einschätzung von Bundesbank-Präsident Joachim Nagel auf eine Zinserhöhung im kommenden Monat zu. Eine Anhebung sei »sehr wahrscheinlich notwendig«, sofern sich der Inflationsausblick nicht deutlich verbessere, sagte Nagel bei einer Veranstaltung in Berlin.
Mit seiner Aussage macht der Chef der Deutschen Bundesbank deutlich, dass die Notenbank die Teuerung weiterhin als zentrale Herausforderung betrachtet. Die Leitzinsen bestimmen, zu welchen Konditionen sich Banken bei der Zentralbank Geld leihen können, und wirken sich damit mittelbar auf Kredite für Verbraucher und Unternehmen aus. Eine Zinserhöhung dämpft in der Regel die Nachfrage und soll so den Preisauftrieb bremsen.
Die Formulierung Nagels ist dabei an eine Bedingung geknüpft. Sollte sich die Inflation in den kommenden Wochen nicht merklich abschwächen, halte er einen Schritt der EZB für nötig. Eine Entwarnung sieht der Bundesbank-Präsident derzeit also nicht. Die Entscheidung über die Zinsen trifft der EZB-Rat, in dem neben den Mitgliedern des Direktoriums auch die Präsidenten der nationalen Notenbanken der Eurozone sitzen.
Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der die Währungshüter ihren Kurs gegen die anhaltende Teuerung im Euroraum abwägen. Nagel gehört zu den Stimmen, die einen konsequenten Umgang mit den Preissteigerungen anmahnen. Ob der Ausblick für die Inflation sich bis zur nächsten Zinssitzung tatsächlich verbessert, bleibt jedoch offen, wie aus seinen Worten hervorgeht.
Quelle: deutschlandfunk.de
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