VfB Stuttgart: Wohlgemuth äußert sich zu Demirovic-Gerüchten
Kurz vor dem Bundesliga-Auftakt beim FC Bayern München sind beim VfB Stuttgart noch Personalien offen. Sportvorstand Fabian Wohlgemuth äußert sich zur Zukunft von Stürmer Ermedin Demirovic, der Torhüterfrage und der Kapitänsrolle.
Kurz vor dem Bundesliga-Auftakt beim FC Bayern München sind beim VfB Stuttgart noch wichtige Personalfragen offen. Die vielleicht drängendste vor dem Südschlager am Freitag (20.30 Uhr, Sat.1/Sky) in der Münchner Arena: Was wird aus Stürmer Ermedin Demirovic? Sportvorstand Fabian Wohlgemuth hat sich nun zur Lage geäußert und dabei klargestellt, dass der 28-Jährige für die Planungen eine zentrale Rolle spielt.
Vor allem Galatasaray Istanbul buhlt um den Angreifer. Das Angebot soll zwischen 13 und 17 Millionen Euro liegen. Der VfB würde wohl erst bei deutlich mehr wankelmütig. Zumal Trainer Sebastian Hoeneß jüngst betonte, dass Demirovic in den vergangenen beiden Jahren einer der wichtigsten VfB-Spieler gewesen sei. Sollte doch noch Bewegung in das Thema kommen, würden die Stuttgarter wohl keinen Ersatz verpflichten. Sie sehen sich offensiv mit Zugang Dzenan Pejcinovic und Deniz Undav gut aufgestellt.
„Zu Spekulationen möchte ich mich wie immer nicht äußern. Fakt ist: Demi ist ein wichtiger Spieler für uns, gerade mit Blick auf die Dreifachbelastung“, sagte Wohlgemuth auf dpa-Anfrage. „Ganz ohne Frage kann er uns international mit seiner Qualität weiterhelfen. In drei Wettbewerben ist es durchaus beruhigend, Qualität nicht nur im Kader zu wissen, sondern sie auch auf dem Platz zur Verfügung zu haben.“
Auch auf der Torhüterposition zeigte sich der Sportvorstand entspannt. Unwahrscheinlich, dass die Schwaben trotz der Verletzung von Toptalent Dennis Seimen einen weiteren Torhüter holen. Wohlgemuth erwartet den 20-Jährigen im September zurück. „Wir wollen da jedoch keinen Zeitdruck erzeugen. Er bekommt alle Zeit, die er braucht, um in der besten Verfassung sein neuerliches Pflichtspiel-Debüt bei uns zu geben.“ Bis dahin soll Fabian Bredlow die Gegentore verhindern. „Wir sind mit der Situation sehr zufrieden. Fabian hat sich zuletzt in einer außerordentlich guten Form präsentiert“, meinte Wohlgemuth. „Das freut uns sehr - und bei einem Torhüter ist es ohnehin ein erfreulicher Zustand, wenn die Aufmerksamkeit vor allem seinen Leistungen gilt.“
Bei den Nationalspielern Jamie Leweling und Chris Führich gibt es unterschiedliche Prognosen für den Auftakt. Bei Leweling sieht es nach seinem schweren Infekt gut aus. Der Offensivspieler dürfte gegen die Bayern zumindest wieder im Kader stehen. Führich, der gegen Rostock einen Schlag auf den Oberschenkel abbekommen hatte, trainierte zu Wochenbeginn individuell. Ob er mit nach München reist, entscheidet sich kurzfristig.
Alles deutet derweil auf Nationalspieler Deniz Undav als neuen VfB-Kapitän hin. Wie Sky am Montag berichtete, sei die Entscheidung gefallen. Bestätigt ist das vom Verein nicht, Hoeneß könnte es bei der Pressekonferenz am Mittwoch öffentlich machen. Undavs Wahl läge nah, er war vergangene Saison bereits Vizekapitän. Körperlich fehlen ihm nach der WM noch ein paar Körner.
Atakan Karazor, in den vergangenen beiden Jahren Kapitän, muss um Einsätze kämpfen. Beim 4:0 im DFB-Pokal gegen Hansa Rostock saß der 29-Jährige über die komplette Spielzeit auf der Bank. Neuzugang Grischa Prömel hat im Mittelfeld die Nase vorn. Karazor will sich der Herausforderung stellen, ein Abgang des zusammen mit Torwart Bredlow dienstältesten VfB-Profis gilt in diesem Sommer als unwahrscheinlich.
Der Respekt vor dem Champions-League-Teilnehmer in der Liga ist groß. Bei der Meisterumfrage der Deutschen Presse-Agentur tippte Paderborns Trainer Ralf Kettemann sogar auf die Schwaben. Und Gladbachs Coach Eugen Polanski nannte den VfB als seinen Außenseitertipp. Wohlgemuth gibt sich zuversichtlich: „Wir sind qualitativ gut aufgestellt und auf allen Positionen doppelt besetzt. Das verschafft uns eine enorme sportliche Flexibilität - und dem Trainer die nicht ganz unangenehme Herausforderung, mehr gute Möglichkeiten zu haben, als zwingend notwendig sind.“
Finanziell ordnet er die Schwaben wie den Rest der Liga weiter klar hinter Branchenführer FC Bayern, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und RB Leipzig ein. „Wirtschaftlich gibt es vier Standorte, die den anderen weit voraus sind. Gleichzeitig spielen wir im dritten Jahr in Folge international. Das zeigt ganz gut, dass sportliche Entwicklung und wirtschaftliche Entwicklung nicht immer im gleichen Tempo unterwegs sind.“
