Kremlchef Wladimir Putin hat US-Präsident Donald Trump zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der USA gratuliert. In einem vom russischen Außenministerium veröffentlichten Telegramm wandte sich Putin persönlich an Trump: «Sehr geehrter Herr Präsident, lieber Donald», leitete er seine Botschaft ein. Die Unabhängigkeitserklärung der USA sei nicht nur der Beginn des Staates gewesen, sondern auch ein wichtiger Meilenstein in der Weltgeschichte. Russland, damals noch unter den Zaren, habe die nordamerikanischen Kolonisten unterstützt.
Putin hob in seiner Nachricht «zahlreiche ruhmreiche Kapitel» in zweieinhalb Jahrhunderten der Beziehungen zwischen Russland und den USA hervor. «Wir waren Verbündete in zwei Weltkriegen, haben gemeinsam die Menschheit von den Schrecken des Nationalsozialismus befreit und anschließend eine wichtige Rolle bei der Schaffung der Grundlagen der modernen Weltordnung gespielt», schrieb der Kremlchef. Er betonte, dass Russland und die USA als Atommächte in der heutigen Welt eine besondere Verantwortung für die Gewährleistung von Sicherheit und Stabilität auf globaler Ebene trügen. Nach einem Händedruck-Emoji schloss Putin: «Ich wünsche dir, Donald, und deinen Angehörigen Gesundheit, Wohlergehen und Erfolg, und allen amerikanischen Bürgern Glück und Wohlstand.»
Die Glückwünsche aus Moskau kamen zu einem Zeitpunkt, an dem die Beziehungen zwischen Russland und den USA weiterhin angespannt sind. Dennoch zeigte sich Putin in seiner Botschaft versöhnlich und würdigte die historische Verbundenheit beider Nationen. Auch andere internationale Staats- und Regierungschefs gratulierten den USA zum Unabhängigkeitstag. König Charles III. von Großbritannien sandte ein Grußwort, in dem er die Beziehung zwischen Briten und Amerikanern als eine Geschichte «außergewöhnlicher Entwicklung» bezeichnete. Er hob hervor, dass beide Länder gemeinsam Herausforderungen der Gegenwart und Chancen der Zukunft meistern würden. Der britische Monarch betonte zudem die Bedeutung des Umweltschutzes, der ihm persönlich sehr am Herzen liegt.
In den USA selbst wurden die Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung durch eine extreme Hitzewelle beeinträchtigt. Die für Samstag geplante alljährliche Unabhängigkeitsparade in Washington wurde wegen «extremer Hitze» abgesagt, wie die Veranstalter mitteilten. Die Veranstaltung «Great American State Fair» auf der National Mall, der Rasenfläche zwischen Kapitol und Washington-Denkmal, wurde vorübergehend geschlossen, nachdem mehrere Menschen kollabiert waren. In Teilen der USA wurden Temperaturen von bis zu 43 Grad Celsius gemessen. US-Präsident Donald Trump kündigte jedoch an, sich von der Hitze nicht von seiner für den Abend geplanten Rede abhalten zu lassen. Diese werde lang ausfallen, nur um zu zeigen, dass er alles machen könne.
Die Hitzewelle belastet auch die Energieversorgung in den USA. Der größte US-Stromnetzbetreiber PJM hat wegen der anhaltenden Hitze eine Warnung herausgegeben und zur Drosselung des Stromverbrauchs aufgerufen. Das Unternehmen wies die regionalen Versorger an, die Belieferung von Kunden zu reduzieren, die sich für Notfälle vertraglich zu Einsparungen verpflichtet haben. Grund für den Engpass seien Kraftwerksausfälle, schwer überlastete Übertragungsleitungen und der stark gestiegene Einsatz von Klimaanlagen. Der Netzbetreiber versorgt rund 67 Millionen Menschen an der Ostküste, in den Südstaaten und im Großraum Washington. Die angespannte Lage treibt auch die Kosten in die Höhe: Im Norden des Bundesstaates Virginia schoss der Großhandelspreis für Strom auf über 2.000 Dollar pro Megawattstunde nach oben, während er außerhalb von Krisenzeiten bei etwa 40 Dollar liegt.
Der frühere deutsche Außenminister Joschka Fischer (Grüne) äußerte unterdessen Zweifel am Verbleib der USA in der Nato unter Präsident Trump. «Die Amerikaner sind faktisch auf dem Weg nach draußen», sagte Fischer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er forderte für diesen Fall, dass die verbleibenden Verbündeten ihre Allianz ohne die USA fortführen und einen atomaren Schutzschirm mit den Kernwaffen Frankreichs und Großbritanniens aufbauen. Die Nato-Staaten kommen ab Dienstag zu ihrem Gipfeltreffen in Ankara zusammen. Im Vorfeld hatte Trump erneut gegen Deutschland und andere Verbündete ausgeteilt und deren Beiträge für die Nato kritisiert, obwohl diese ihre Verteidigungsausgaben zuletzt deutlich gesteigert hatten.



